Neuzeit

    Aus WISSEN-digital.de

    Der Begriff Neuzeit bezeichnet eine historische Epoche, die an das Mittelalter anschließt. Als Ereignisse, die den Übergang zur Neuzeit markieren, gelten oft die Entdeckung Amerikas (1492), womit das Zeitalter des europäischen Kolonialismus begann, die Vertreibung des Islam aus Europa durch die spanische Reconquista (1492), die Eroberung des Byzantinischen Reichs durch die Türken (1453), Luthers Thesenanschlag zu Wittenberg (1517), schließlich auch die Erfindung des Buchdrucks (um 1455). Der Sieg des Bolschewismus in Russland (1917) bildet die Periodengrenze zwischen der Neueren Geschichte und der Neuesten Geschichte (auch Zeitgeschichte genannt).

    Historische Gliederung

    Die Einteilung der neuzeitlichen Epoche sowie ihre Abgrenzung gegenüber Altertum und Mittelalter sind in der Wissenschaft umstritten.

    Mit kleinen Abweichungen unterteilt das übliche Gliederungsschema die Neuzeit in:

    Frühe Neuzeit

    (von der Mitte des 15. bis zum Ende des 18. Jh.s)

    Die Französische Revolution (1789) bildet eine wichtige Epochenzäsur.

    Die Begriffe Staat, Staatsräson und Staatssouveränität wurden in der frühen Neuzeit geprägt. Die Organisation der Welt als eine Gemeinschaft in sich souveräner Staaten ist ein Ergebnis der Entwicklungen, deren Anfänge an der Wende vom 15. zum 16. Jh. liegen. Die Idee der Volkssouveränität wurde in den Staatstheorien Machiavellis, Lockes und Rousseaus formuliert. Mit der von Montesquieu geforderten Gewaltenteilung wurden die Grundlagen des modernen Staats geschaffen.

    Charakteristisch für diese historische Epoche sind die Tendenzen zur Trennung zwischen weltlicher und kirchlicher Macht, die nach erbitterten Konflikten (Dreißigjähriger Krieg) zu einer Einschränkung der Vorherrschaft der Kirche im gesellschaftlichen Leben führten (vgl. Reformation). Es bildete sich ein Bürgertum heraus, das zunehmend politisch aktiv wurde und später in Revolutionen die Monarchien beseitigte oder konstitutionalisierte, wie z.B. in der Revolution in England (1649) und in der Französischen Revolution (1789).

    Nicht weniger bedeutend für den Zeitgeist waren die künstlerische Tätigkeit und die Entwicklung der Wissenschaft sowie die Verbreitung der Ideale des Humanismus und der Renaissance. Die Entdeckung des heliozentrischen Weltsystems (1543) durch Kopernikus stellte das bisherige christlich geprägte Weltbild in Frage. Mit Descartes wurde die Philosophie zu einer rational begründenden Forschungsdisziplin. In der Zeit der Aufklärung (18. Jh.) setzte ein Emanzipationsprozess ein, der Europa von Grund auf veränderte.

    Neuere Geschichte (ab 1789)

    Der Beginn dieser Epoche wird durch eine grundsätzliche Veränderung der Arbeitsverfassung (Abschaffung des Zunftwesens; Einführung der Dampfmaschine) charakterisiert.

    In dieser Zeit vollzog sich ein deutlicher Entwicklungssprung, der durch die Industrielle Revolution hervorgerufen wurde. Kennzeichnend für dieses Zeitalter war der rasche Fortschritt in der Technik und den Naturwissenschaften sowie der beschleunigte Bevölkerungszuwachs, der schwere soziale Probleme zur Konsequenz hatte. Letztendlich führten die gesellschaftlichen Spannungen und Gegensätze des 19. Jh.s zur Geburt der kommunistischen Ideale von internationaler Solidarität der Arbeiterschaft und einer klassenlosen Gesellschaft (Klassenkampf, Marx, Engels, Lenin).

    Neueste Geschichte

    (siehe auch Zeitgeschichte)

    Die Neueste Geschichte beginnt mit dem Sieg der Oktoberrevolution in Russland (bzw. Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg) 1917.

    Sie wurde auch mit dem Terminus "Zeitgeschichte" belegt und als ein neuer Abschnitt in der Menschheitsgeschichte angesehen. Mit ihr begann eine ideologische Blockbildung zwischen Ost und West, die für die folgende Zeit bestimmend war.

    KALENDERBLATT - 18. Mai

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