Mittelalter (Geschichte)

    Aus WISSEN-digital.de

    Einleitung

    Der Begriff begegnet uns zum ersten Mal 1469 in Italien als "media tempestas" und bezeichnet eine von Nikolaus von Kues geprägte und von der Wissenschaft adaptierte Epoche für die Zeit zwischen dem Untergang des Weströmischen Reichs in der Völkerwanderung (5./6. Jh.) und dem Aufbruch im Zeitalter der Entdeckungen und der Reformation (15./16. Jh.).


    Zeitliche und räumliche Grenzen

    Die Abgrenzung des Mittelalters gegen Altertum und Neuzeit ist umstritten; in der Regel wird die Zeit zwischen dem Einbruch der Hunnen (375 n.Chr.) oder dem Ende des Weströmischen Reichs (476 n.Chr.) bis zur Entdeckung Amerikas 1492 gerechnet.

    Der Beginn des Mittelalters wird also mit dem Niedergang der antiken Welt gleichgesetzt, wobei den Hauptanstoß die Völkerwanderung und beginnende Vorherrschaft der Germanen in Europa bildet. Für die Italiener beginnt das Mittelalter mit der Landnahme durch die Langobarden (um 570 n.Chr.); andere datieren es vom Einbruch des Islam (700 n.Chr.) an, womit ein völliger Zusammenbruch der antiken Mittelmeerkultur verbunden war.

    Für das Ende des Mittelalters werden ebenfalls verschiedene Ereignisse angegeben: der Fall Konstantinopels und die Übertragung des altgriechischen Erbes nach Italien (1453), der Beginn der Nationalstaaten (1300), die Entdeckung Amerikas (einer "Neuen Welt", 1492) oder der Beginn der Reformationszeit (1517).

    Der Terminus "Mittelalter" beschränkt sich nur auf das Abendland. Für die außereuropäischen Kulturen und selbst für Byzanz bedarf es anderer Einteilungen.

    Historische Gliederung

    Frühmittelalter

    (bis zur Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahr 800)

    Das Frühmittelalter war durch massive Völkerwanderungen gekennzeichnet. Dabei entstanden germanische Nachfolgestaaten auf dem Boden des im Jahr 476 n.Chr. untergegangenen Weströmischen Reichs, so der Vandalen in Nordafrika, der Ostgoten und Langobarden in Italien, der Burgunder an der Rhône, der Westgoten in Spanien, der Franken in Gallien und der Angelsachsen in Britannien. Im Osten stießen Awaren, Bulgaren und Slawen auf den Balkan vor. Europa wurde politisch vollkommen umgestaltet.

    Die größte Bedeutung erlangte das Fränkische Reich unter der Herrschaft der Karolinger. Ein Bund mit dem Papst ließ es 751 n.Chr. und 754 n.Chr. zum Kaisertum aufsteigen. Es entwickelte sich eine Kultur, die durch die Verschmelzung von römischem Erbe, christlicher Lehre und Germanentum charakterisiert war: Die Grundherrschaft (siehe auch Feudalismus) war die bestimmende Organisationsform, die durch eine Mischung germanischer und provinzialrömischer Elemente zu Stande kam. Die Kirche wurde zum Zweck der Staatsverwaltung instrumentalisiert. Die Vormachtstellung lag in den Händen von Papsttum und Kaisertum.

    Hochmittelalter

    (von der Kaiserkrönung Ottos des Großen in Rom 962 n.Chr. bis zum Niedergang des universalen Kaisertums im 13. Jh.)

    Oft wird Mittelalter mit der Ritterzeit und der Epoche der Kreuzzüge (1095-1303) gleichgesetzt. Die Standesbezeichnung "Ritter" taucht jedoch erst gegen Ende des 10. Jh.s auf; die ritterliche Kultur erreichte ihre Blütezeit im 12. Jh. und ist heute ein Wahrzeichen des Hochmittelalters. Die Kreuzzüge vereinigten das Rittertum zum Kampf gegen den Islam.

    Die wissenschaftliche Tätigkeit erfolgte im Westen in Klöstern oder so genannten Hofakademien und suchte ihre Orientierung zumeist allein in der christlichen Heilsgeschichte.

    Spätmittelalter

    (14. und 15. Jh.)

    Die Situation des Spätmittelalters war durch den Niedergang der universalen Zentralmächte und den Aufstieg der europäischen Randstaaten bestimmt (Herrscher aus wechselnden kleinen Dynastien: Habsburg, Nassau, Wittelsbach, Luxemburg).

    Das Papsttum geriet durch die Verlegung seiner Residenz nach Avignon (1309) unter französischen Einfluss. Die Kluft, die durch die Jahrhunderte bestehen blieb, manifestierte sich im ständigen Kampf zwischen Kaiser und Papst. Beide untergruben gegenseitig ihre Macht, so dass sich ein freier Weg zur Reformation der Kirche wie zum weltlichen Nationalstaat und damit in die Neuzeit öffnete.

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