René Descartes

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    französischer Philosoph, Naturforscher und Mathematiker; * 31. März 1596 in La Haye, Touraine, † 11. Februar 1650 in Stockholm; alias: Renatus Cartesius;

    René Descartes; Porträt

    Lebensstationen

    Geboren wurde Descartes als Spross einer alten Adelsfamilie. Er besuchte die berühmte Jesuitenschule in La Flèche und studierte einige Zeit Medizin und Jura in Portiers. Descartes wurde dann Soldat im Heer des niederländischen Statthalters Moritz von Nassau und in der Armee des Kurfürsten von Bayern. In Holland lernte er im Winter 1618/19 den Philosophen Isaac Beeckman (1588 bis 1637) kennen, dem er viele Anregungen verdankte.

    Im Dezember 1619, als er der Armee Maximilians von Bayern diente, entschloss er sich, Wissenschaftler zu werden. Er schied aus dem Kriegsdienst aus und versuchte nun auf ausgedehnten Reisen sein Wissen zu erweitern. Er bereiste fast ganz Europa, hielt sich dann wieder kurz in Frankreich auf und siedelte schließlich in die Niederlande über, wo er unabhängig war, mehr Ruhe hatte und ungestört arbeiten konnte. In Holland lebte Descartes mit nur kurzen Unterbrechungen von 1629 bis 1649.

    Anfangs veröffentlichte Descartes seine naturphilosophischen Werke entweder überhaupt nicht oder nur unter Pseudonymen, aus Angst vor der Inquisition der katholischen Kirche, deren Opfer 1633 Galileo Galilei geworden war. Erst 1637 publizierte er ausgewählte Resultate seiner mathematischen und philosophischen Forschungen in Form von Essays.

    Im Spätsommer 1649 reiste Descartes auf Einladung der schwedischen Königin Christine nach Stockholm. Die Kälte des strengen nordischen Winters machten Descartes schwer zu schaffen; er starb im 54. Lebensjahr. Sechzehn Jahre später überführte man seine Gebeine in die Heimat.

    Wissenschaftliche Leistung

    Die Philosophie Descartes' kann mit den Begriffen Rationalismus, Dualismus und Skeptizismus beschrieben werden. Nach methodischem Zweifel an allem Wissen erreiche man ein sicheres Wahrheitskriterium. Descartes' skeptische Position äußerte sich in seiner Aussage "Cogito ergo sum" ("Ich denke, also bin ich"), die für ihn neben der Existenz Gottes als einzige Gewissheit galt. Nur das, was klar und deutlich erkannt werden kann, ist wahr. Der Gottesbeweis gibt Sicherheit, dass die prinzipielle Wirklichkeit nicht eine Täuschung sei. Darüber hinaus war für Descartes nur die menschliche Vernunft Garant der Wahrheit.

    Descartes vertrat eine dualistische Position, die zwei Substanzen, die denkende Substanz (res cogitans) und ausgedehnte Substanz (res extensa) gegenüberstellte. Beide Substanzen werden nach seiner Auffassung über die Zirbeldrüse im Menschen verbunden.

    Sein philosophisches Hauptwerk stellten die "Principia philosophiae" (1644) dar, des Weiteren veröffentlichte er "Regeln zur Leitung des Geistes", "Meditationen über die Erste Philosophie" u.a. Sein naturphilosophisches Werk, "Le monde ou Traité de la lumiére", blieb vorläufig unveröffentlicht, da sich Descartes durch den Galilei-Prozess zur Vorsicht veranlasst sah.

    Erst 1637 publizierte er ausgewählte Resultate seiner mathematischen und wissenschaftlichen Forschungen in Form von "Essais". Auf dem Gebiet der Mathematik gilt er als der Begründer der analytischen Geometrie als der Anwendung von algebraischen Methoden auf die Geometrie, allerdings blieben seine Erkenntnisse nur auf einer Vorstufe. Er führte wichtige Untersuchungen zu den Gleichungen durch.

    In der Physik steuerte er neue Einsichten zur Optik (Brechungsgesetz), Dynamik und Astronomie bei. Seine Errungenschaften in der Physik wurden später von den Theorien Newtons verdrängt.

    Zitat
    Datei:Z105 descartes.mp3


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