Zunft

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    (Wortstamm: ziemen)

    auch als Bruderschaft, Einung, Gilde oder Zeche bezeichnet;

    im Mittelalter in den Städten die den Gilden der Kaufleute entsprechenden Zusammenschlüsse von Handwerkern, die sich eine Standesverfassung gaben und Berufsausbildung und -ausübung regelten, z.T. von Obrigkeits wegen (Preisregulierung), z.T. zur genossenschaftlichen Interessenwahrung (Marktmonopol); im 11./12. Jh. in den rheinischen und nordfranzösischen Städten zuerst Zünfte der Weber, Schmiede, Bäcker, Fleischer, Schuster, die auch kirchlich-karitative Aufgaben übernahmen; da die Handwerker zugleich Verkäufer ihrer Waren waren, glichen sie sich organisatorisch mehr und mehr den Kaufmannsgilden an; ihren politischen Einfluss, der sich gegen Großkaufmannschaft (Fernhandel) und Patriziat richtete, verdankten sie ihrer Bedeutung als geschlossene Abteilungen der städtischen Bürgerwehr. Die Zünfte begannen seit dem 13. Jh. mit den Patriziern um die Macht in den Städten zu kämpfen und erlangten vielerorts maßgeblichen Einfluss auf die städtische Verwaltung.

    Die Zünfte waren anfangs allen Gewerbetreibenden zugänglich, doch entwickelten sie sich zu einem kartellartigen Verband einiger weniger privilegierter Handwerkerfamilien. Lehrlinge und Gesellen waren im Gegensatz zu den Meistern keine Vollmitglieder. Die Zünfte unterlagen strengen, schriftlich niedergelegten Satzungen (Zunftordnung), die unter anderem das Ausbildungssystem regelten und auch Qualität (Gütekontrolle) und Preise sowie das standesgemäße Einkommen des Meisters festlegten. Gleichzeitig garantierten sie ihren (Zwangs-)Mitgliedern (Zunftzwang) wirtschaftlichen und sozialen Schutz. Wegen Vetternwirtschaft u.a. kam es schließlich zum Verfall. Durch die Einführung der Gewerbefreiheit in Frankreich und im Norddeutschen Bund zerfielen im 19. Jh. die Zünfte. Sie wurden durch die Organisationsform der Innung abgelöst.

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