Nikolaus Kopernikus

    Aus WISSEN-digital.de

    deutsch-polnischer Astronom; * 19. Februar 1473 in Thorn, † 24. Mai 1543 in Frauenburg

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    Porträt von Nikolaus Kopernikus

    eigentlich: Nikolaus Koppernigk;

    Kopernikus ist der Begründer der modernen Astronomie und des heliozentrischen Weltbildes.

    Er genoss eine umfassende Ausbildung (Studien in Krakau und Italien), darunter mathematische und medizinische Studien, weltliches und geistliches Recht. Er praktizierte als Arzt in Heilsberg und fand seit 1512 als Domherr in Frauenburg Zeit für sein Lebenswerk.

    Er revidierte die bisherige Lehre von der Planetenbewegung völlig. Auf der Suche nach einer einleuchtenden Erklärung für die komplizierten Himmelserscheinungen und nach gründlichem Studium der griechischen Quellenschriften über das Ptolemäische Weltsystem wandte er sich der Frage zu, ob die Erdkugel ruht oder ob sie sich bewegt (die Bewegung war schon im Altertum von Hicetas, Philolaos, Herakleidos, Ponticos, Ekphantos und Aristarch bejaht worden), und bewies eine dreifache Bewegung der Erde:

    1. ihre tägliche Umdrehung um sich selbst (dadurch erklärt sich die scheinbare tägliche Umdrehung des Fixsternhimmels);

    2. ihren Bahnkreisumschwung um die Sonne (dadurch lassen sich die scheinbaren Schleifenbahnen der Planeten erklären);

    3. ihre Deklinationsbewegung um die Pole der Ekliptik im Laufe eines Jahres.

    Die Sonne steht nach Kopernikus im ungefähren Weltmittelpunkt, der Fixsternhimmel ist unbeweglich, und die Planeten (auch die Erde ist ein Planet) umkreisen die Sonne, wobei der Mond wiederum die Erde umrundet. Diese astronomische Lehre (Kopernikanisches Weltsystem) legte Kopernikus erstmals 1514 im "Commentariolus" nieder und erweiterte sie 1543 in dem Werk "De revolutionibus orbium Coelestium libri sex" ("Sechs Bücher über die Umläufe der Himmelskörper"), dessen erstes gedrucktes Exemplar Kopernikus auf dem Sterbebett in Empfang nahm.

    In der katholischen Kirche genoss die neue Lehre eine Zeit lang Schutz, da sie dem Papst gewidmet worden war. Aber nach dem Tridentiner Konzil begann die Gegenströmung, und das Hauptwerk von Kopernikus wurde 1616 innerhalb der Wirren um die angeblichen Irrlehren des Galileo Galilei auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Erst 1757, also über 150 Jahre später, wurde Kopernikus wieder aus dem "Index librorum prohibitorum" herausgenommen.

    Die lückenhaften Stellen in seiner Planetentheorie wurden dann von J. Kepler ergänzt und somit beseitigt. Aber auch dieser konnte keinen Beweis für die tatsächliche Existenz des heliozentrischen Weltbildes bringen. T. Brahe erstellte dann einen Kompromiss zwischen dem helio- und geozentrischen System.

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