Industrielle Revolution

    Aus WISSEN-digital.de

    Als Industrielle Revolution bezeichnet man die Umwandlung einer Agrar- in eine Industriegesellschaft. Damit gehen schnelle Veränderungen in Produktionstechnik, Wirtschaft und Gesellschaft einher.


    Im Speziellen bezeichnet man als industrielle Revolution den Entwicklungsvorgang, der mit den bahnbrechenden Erfindungen der Dampfmaschine, der Spinnmaschine und des mechanischen Webstuhls in England gegen Ende des 18. Jh.s begann. Systematische Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich der Güterproduktion ermöglichten die Industrialisierung Europas.

    Angehäuftes Kapital floss in die Produktion und ermöglichte die Errichtung großer Industrieanlagen. Dank der Spezialisierung der Arbeiter auf bestimmte Tätigkeiten und des intensiven Einsatzes von Maschinen wurden Textilien und andere Güter schneller und billiger hergestellt. Menschenkraft wurde durch die universell einsetzbare Dampfmaschine, die Arbeitsmaschinen aller Art antrieb, in großem Maßstab ersetzt.

    Vermehrte Erzeugung von Eisen, Grundstoff für Maschinen und Fertigwaren, war notwendig für das Entstehen einer Maschinenindustrie und die Mechanisierung der Produkte auf breiter Front. In England erhöhte sich die Erzeugung von Roheisen von rund 20 000 Tonnen im Jahr 1740 auf zwei Millionen Tonnen um 1845.

    Weil die Güterproduktion von Wind und Wasser dank der Dampfmaschine unabhängig wurde, konzentrierten sich die neu entstandenen Fabriken in den Städten (z.B. Manchester). Die Landbevölkerung, wegen der immer häufigeren Umwandlung von Gemeindeland in Privateigentum von der Landwirtschaft nicht mehr lebensfähig, wanderte in die Städte ab und überflutete den Arbeitsmarkt, so dass Löhne und Arbeitsbedingungen Gesundheit und Existenz der Arbeiter bedrohten. Um die Konkurrenz der Arbeiter auszuschalten und durch gemeinsame Aktionen die Lebensbedingungen zu verbessern, bildeten sich Gewerkschaften.

    Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege erfasste der Prozess der Industrialisierung auch den europäischen Kontinent. Zugleich revolutionierten der rasche Ausbau eines Eisenbahnnetzes und die beginnende Dampfschifffahrt das Verkehrswesen und machten einen lohnenden, umfangreichen Gütertransport möglich.

    Großfirmen wie Mannesmann, Klöckner und Krupp errangen Weltruf. Kapitalgesellschaften - meist in Form von Aktiengesellschaften - entstanden zur Finanzierung industrieller Vorhaben, die die Möglichkeiten einzelner Unternehmer weit überstiegen. Das Ruhrgebiet wuchs zu einem der bedeutendsten Industrieräume Europas.

    Erfindungen v.a. im Bereich der Chemie führten auch zur Modernisierung in der Landwirtschaft. Neue Erkenntnisse im Bereich Agrikulturchemie in Form von künstlichem Dünger führten zu wesentlich höheren Ernteerträgen, was wiederum die Nahrungsversorgung der rasch anwachsenden Bevölkerung sicherstellen konnte. Während letztlich durch die industrielle Revolution die Massenarmut überwunden werden konnte, das reale Pro-Kopf-Einkommen stieg, entstanden andererseits neue soziale Gegensätze, die wiederum z.B. in der Arbeiterbewegung Ausdruck fanden.

    Von einer zweiten industriellen Revolution spricht man seit Mitte des 20. Jh.s im Zusammenhang mit der Automatisierung (siehe Automation). Als dritte industrielle Revolution wird der industrielle Einsatz von Mikroprozessoren (siehe Prozessor) bezeichnet.

    KALENDERBLATT - 18. Juli

    1922 Der Reichstag verabschiedet das Republikschutzgesetz, das unter dem Eindruck der Ermordung von Außenminister Walther Rathenau ausgearbeitet wurde und dem Schutz der demokratischen Staatsform vor politischem Extremismus dienen soll. Es ist zunächst auf fünf Jahre befristet, wird aber 1927 noch einmal um zwei Jahre verlängert.
    1930 Der Reichskanzler Heinrich Brüning löst den Reichstag auf, nachdem die von der Regierung mit Notverordnungsrecht angeordneten Steuererhöhungen von den Abgeordneten abgelehnt wurden.
    1949 Gründung der "Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft" (FSK).



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