Renaissance (Musik)

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    Die Epoche der Renaissance ist geprägt von der Auseinandersetzung mit der Kunst und dem Geist der griechischen und römischen Antike. Die Renaissancemusik war davon jedoch zunächst nur wenig beeinflusst: G. Dufay z.B. komponierte eine Messe, die genau die Proportionen und Maße des Florentiner Domes von Filippo Brunelleschi umsetzte, eine Vorgehensweise, die jedoch noch eher der spätgotischen Mystik zuzurechnen ist.

    Einführung

    Die humanistische Idee fand jedoch immer wieder ihren Niederschlag in Madrigalen und v.a. Odenvertonungen, die ab 1500 in zahlreichen (Musik-) Drucken weite Verbreitung fanden. Die Musik Palestrinas huldigte einem erfahrbaren Ideal von Ebenmaß und Proportion. Erst am Übergang von der Renaissance zum Barock kam es verstärkt zu einer Auseinandersetzung mit der Antike.

    Während die Renaissance in der Literatur und der bildenden Kunst vornehmlich italienische Meister (Francesco Petrarca, Filippo Brunelleschi, Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarrotti) hervorbrachte, war die Renaissance in der Musik vor allem von Künstlern der nördlicheren Länder geprägt. Im 15. Jh. wurde der Erbe der hohen französischen und englischen Tonkunst das aufstrebende Herzogtum Burgund.

    Die franko-flämische Schule

    Unter dem Schlagwort franko-flämische Musik vereinten sich über vier Generationen von Komponisten, die zunächst mit der isorhythmischen Motette (Ph. de Vitry) und den Liedern im Kantilenensatz (G. de Machaut) den Begriff des individuell schöpferischen Künstlers und des autonomen Kunstwerks erst festigten. Schon bald festigen sich mit Madrigal, Motette und Messe die zentralen Gattungen der Zeit, die jedoch in ihrer dienenden Funktion als Gesellschaftsmusik bzw. Musik des kirchlichen Kultes ganz klaren Gestaltungsvorgaben unterworfen waren.

    Die venezianische Schule

    Um 1350 traten auch die italienischen Komponisten in der Musik Europas deutlich in den Vordergrund, so beispielsweise A. Willaert und Cyprian de Rore. Da der aus Mons (Hennegau) stammende O. di Lasso bereits mit 21 Jahren an die Laterankirche nach Rom berufen wurde und dort wichtige künstlerische Impulse erhielt, trugen er und seine Schüler entscheidend dazu bei, die niederländisch-römische Art des Madrigals, der Motette oder der Chanson weiterzuverbreiten.

    In Italien wurde mit P. da Palestrina die Vormachtstellung der italienischen Komponisten gefestigt. In Venedig unternahm G. Gabrieli in San Marco richtungsweisende Experimente mit mehreren Chören und Orchestern, die auf gegenüberliegenden Emporen platziert wurden (Venezianische Mehrchörigkeit).

    Die Beschäftigung mit der Antike

    Die Beschäftigung mit der Antike bildet in der Musik den Abschluss der Renaissance und den Beginn des Barock: Italienische Komponisten um 1600 wollten das antike Drama wieder beleben. Bekannt war nur, dass bei den alten Griechen auch gesungen wurde. Das Ergebnis jedoch hatte bedingt mit dem antiken Theater zu tun, und doch beginnt mit der musikalischen Dramatisierung antiker und mythologischer Stoffe durch J. Peri und C. Monteverdi die Geschichte der Oper.


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