Nürnberger Prozesse

    Aus WISSEN-digital.de

    Begriffsbestimmung

    Der Begriff bezeichnet die von den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs 1945 bis 1949 in Nürnberg auf Grund eines eigens aufgestellten Verfahrensstatuts (Londoner Abkommen vom 8. August 1945) durchgeführte Prozesse gegen deutsche Kriegsverbrecher. Zu unterscheiden sind dabei der Prozess gegen die "Hauptkriegsverbrecher" und zwölf Nachfolgeprozesse.

    Hauptkriegsverbrecherprozess

    1945/46 waren vor dem internationalen Militärgerichtshof angeklagt 24 führende Persönlichkeiten aus NSDAP, Reichsregierung, Generalstab sowie Oberkommando der Wehrmacht und Wirtschaft wegen Verbrechen gegen den Frieden (Vorbereitung eines Angriffskriegs), Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie sechs nationalsozialistische Organisationen (SS, SA und einige weitere NS-Verbände).

    Verurteilungen

    Von 22 Angeklagten wurden verurteilt:

    12 zum Tode durch den Strang:

    M. Bormann in Abwesenheit,

    J. Streicher,

    H. Frank,

    F. Sauckel,

    W. Frick,

    A. Jodl,

    E. Kaltenbrunner,

    W. Keitel,

    J. von Ribbentrop,

    A. Rosenberg,

    A. Seyß-Inquart,

    H. Göring (entging der Hinrichtung durch Selbstmord).

    7 Angeklagte wurden zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt:

    W. Funk,

    R. Heß,

    E. Raeder

    K. Dönitz,

    K. von Neurath,

    B. von Schirach,

    A. Speer.

    3 Angeklagte wurden freigesprochen:

    H. Fritzsche,

    F. von Papen,

    H. Schacht.

    Zu verbrecherischen Organisationen wurden die politische Führung der NSDAP, die Gestapo, der Sicherheitsdienst (SD) und die SS erklärt.

    Nachfolgeprozesse

    Weitere zwölf Prozesse fanden 1946-49 vor amerikanischen Militärgerichten gegen bestimmte an Verbrechen beteiligte Gruppen statt: Ärzte, Juristen, Industrielle, Generäle, Diplomaten.

    Kalenderblatt - 23. April

    1980 Im so genannten zweiten Kohle-Strom-Vertrag verpflichten sich die deutschen Stromversorger zur Abnahme der heimischen Steinkohle. Ziel der Vereinbarung ist neben dem Verzicht auf überflüssige Importe die Sicherung von 100 000 Arbeitsplätzen.
    1990 Karl-Marx-Stadt erhält wieder den Namen Chemnitz. Anlass dazu gab eine Bürgerbefragung, bei der 76 % der Einwohner dafür stimmten.
    1998 Internationale Fluggesellschaften dürfen künftig Nordkorea überfliegen.