Historienmalerei
Aus WISSEN-digital.de
Gattung der Malerei, die geschichtliche Ereignisse, im weiteren Sinne auch Sagen, Legenden und Dichtungen zum Gegenstand hat.
Erste Beschreibungen geschichtlichen Geschehens gehen zurück auf die ägyptische Kunst (Schlachtdarstellungen in den Tempeln Sethos' I. und Ramses' II., 19. Dynastie, sowie Ramses' III., 20 Dynastie).
Die Griechen vermischten dann Ereignis und Legende ("Alexanderschlacht" von Philoxenos; Alexandermosaik).
In der christlichen Kunst nahm die Historienmalerei religiösen Charakter an, biblische Motive standen im Vordergrund (Mosaiken im Langhaus von Santa Maria Maggiore in Rom, 432-440).
In der italienischen Renaissance wurde die Geschichte zum dominierenden Bildthema in der Historienmalerei (Fresken im Rathaus von Siena, Anfang 15. Jh.), wobei dem Schlachtengemälde besondere Bedeutung zukam (Leonardo da Vinci, "Schlacht von Anghiari", 1503-05; Michelangelo, "Überfall bei den Cascine", 1505; Tizian, "Schlacht bei Cadore", 1538).
In Deutschland gilt A. Altdorfers "Alexanderschlacht" (1529) als herausragendes Werk neuzeitlicher Historienmalerei.
Rubens' Medicizyklus (1621-25) und Velázquez' "Übergabe von Breda" (1634/35) markieren die Höhepunkte des Barock.
Mit dem Erwachen des Bürgertums begann ein neuer Aufschwung der Historienmalerei; herausragend sind insbesondere J.L. Davids Verherrlichungen der römischen Republik.
Das 19. Jahrhundert wurde zur eigentlichen Epoche der Historienmalerei (E. Delacroix, P. Delaroche, E. Manet, T. Géricault in Frankreich, in Deutschland A. Rethel, A. von Menzel, W. von Kaulbach, K.F. Lessing und die Schweizer F. Hodler und E. Stückelberg. Deutlich abgesetzt von den zumeist die Vergangenheit verherrlichenden Arbeiten dieser Künstler ist das kritische Werk F. de Goyas).
Der sozialistische Realismus des 20. Jahrhunderts griff Momente idealisierender Historienmalerei auf. Als eines der bedeutendsten "Historienbilder" des 20. Jahrhunderts gilt Picassos als Anklage gegen Krieg und Gewalt geschaffenes Werk "Guernica" (1937).
Kalenderblatt - 11. Oktober
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