Peter Paul Rubens

    Aus WISSEN-digital.de

    flämischer Maler; * 28. Juni 1577 in Siegen, Westfalen, † 30. Mai 1640 auf Schloss Steen bei Antwerpen

    Rubens gilt als Hauptmeister des flämischen Barock und einer der bedeutendsten Maler überhaupt. In seinem Werk vereint er die Traditionen des flämischen Realismus mit den klassischen Tendenzen der römischen Barockmalerei.


    Kurzbiografie

    Rubens wurde im deutschen Exil geboren, da seine Eltern wegen ihres calvinistischen Glaubens aus Flandern fliehen mussten. Nach dem Besuch der Lateinschule in Antwerpen begann Rubens eine Ausbildung als Maler bei den von der römischen Renaissancemalerei geprägten Künstlern Adam van Noort und Otto van Veen. 1598 wurde Rubens in die Antwerpener Lukasgilde aufgenommen.

    Entscheidend geprägt wurde Rubens durch seinen Italienaufenthalt 1600-08, den er im Dienst der Herzöge von Mantua antrat. In Rom lernte der junge Maler Annibale Carracci kennen, der einen großen Einfluss auf ihn ausübte. Daneben studierte Rubens die Kunst der venezianischen Meister Tintoretto und Veronese. 1603 reiste Rubens im Auftrag der Gonzaga nach Spanien an den Hof Philipps III.

    Nach seiner Rückkehr war er in Antwerpen tätig. Dort wurde er Hofmaler des Erzherzogs Albrecht, des Statthalters der Spanischen Niederlande. 1609 vermählte er sich mit Isabella Brant, der Tochter eines Antwerpener Humanisten. In den folgenden Jahren wurde Rubens zu einem gefragten Porträtisten und Maler religiöser Bilder. Eines der bedeutendsten Werke dieser Zeit ist das monumentale "Große Jüngste Gericht" (1616). Daneben befasste sich Rubens auch mit mythologischen Stoffen, beispielsweise in dem Gemälde "Raub der Töchter des Leukipp" (1617-18).

    Zwischen 1621 und 1630 war Rubens im Auftrag des Herzogs von Mantua, des spanischen Königs Philipp IV. und seines Erzherzogs Albert als geschickter Diplomat an den Höfen von Madrid, Paris und London unterwegs. 1630, vier Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau, verheiratete sich Rubens mit Helene Fourment, die ihm für zahlreiche Gemälde Modell stand. Seit 1635 lebte er auf seinem Landschlösschen Steen.

    Künstlerisches Werk

    Entscheidend für Rubens' Kunst war der fast neunjährige Aufenthalt in Italien, wo er den italienischen Frühbarock, die italienische Renaissance (Raffael, Tizian), aber auch Michelangelo und Tintoretto sowie die überkommenen antiken Bildwerke studierte. In den auf die italienische Reise folgenden Jahren, 1608 bis 1615, trat sein persönlicher Stil hervor und wurde 1615 bis 1620 verstärkt durch den barocken Drang nach leidenschaftlicher Bewegung und Kraftäußerung.

    Das Jahrzehnt 1620 bis 1630 brachte eine neue Vertiefung seiner Kunst. In seinen Geschichtsbildern vollführte Rubens die Verschmelzung von Gegenwartsereignissen, Mythologie und Allegorie. Landschaften wurden häufiger, die Figuren verschmolzen mit dem Raum. Das letzte Jahrzehnt brachte eine nochmalige Steigerung der Leuchtkraft der Farben und Verinnerlichung der Kunst. Rubens schuf in gleicher Vollendung religiöse, geschichtliche, allegorische und mythologische Darstellungen, Bildnisse, Landschaften, Tierstücke u.a.

    Peter Paul Rubens war einer der produktivsten Künstler, die es je gab. Er unterhielt eine eigene, riesige Werkstatt, aus der schätzungsweise 2 500 bis 3 000 Gemälde hervorgingen, die zum größten Teil von Schülern und Gehilfen nach Angaben des Meisters gemalt wurden. Sein berühmtester Schüler war A. van Dyck. Von Rubens' eigener Hand stammen etwa 600 Bilder. Für Teile seiner Bilder beschäftigte er auch selbstständige Meister, wie Snyders und de Vos für Tierdarstellungen, van Uden und Wildens für Landschaften usw.

    Rubens wirkte nicht nur unmittelbar auf flämische Künstler wie van Dyck oder Jordaens, auch spätere Jahrhunderte orientierten sich immer wieder am genialen Werk dieses Meisters.

    Werke (Auswahl)

    Porträts

    "Die Geißblattlaube" (Selbstbildnis mit Isabella Brant; 1609/10, München, Alte Pinakothek); "Das Pelzchen" (Helene Fourment im Pelzmantel, um 1638, in Wien, Kunsthistorisches Museum); "Helene Fourment mit ihren beiden ältesten Kindern" (um 1636, Paris, Louvre).

    Mythologische Gemälde

    "Die Amazonenschlacht" (um 1615-20, München, Alte Pinakothek); "Der Raub der Töchter des Leukippos" (1615-20, München, Alte Pinakothek); "Landschaft mit Philemon und Baucis" (um 1620, in Wien, Kunsthistorisches Museum).

    Religiöse Werke

    "Die Kreuzaufrichtung" (1610-11, in der Kathedrale von Antwerpen); "Großes Jüngste Gericht" (1615-16, München, Alte Pinakothek); "Himmelfahrt Marias" (1626, in der Kathedrale von Antwerpen); Altar des heiligen Ildefonso (1630-32, Wien, Kunsthistorisches Museum); "Heilige Cäcilie" (1639-40, in Berlin, Staatliche Museen).


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