Francisco de Goya y Lucientes

    Aus WISSEN-digital.de

    spanischer Maler; * 30. März 1746 in Fuentetodos bei Saragossa, † 16. April 1828 in Bordeaux

    Goya zählt neben Velázquez und El Greco zu den bedeutendsten Malern Spaniens und gilt als einer der größten Meister der abendländischen Kunst.


    Kurzbiografie

    Der Sohn eines Malers erhielt seine erste Ausbildung in Saragossa. Um 1766 war Goya Schüler von Bayeu in Madrid. 1733 heiratete er dessen Schwester Josefa. Nach einem längeren Aufenthalt in Italien lebte er zunächst in Saragossa und ab 1775 wieder in Madrid, wo er für die königliche Teppichmanufaktur tätig war.

    1792 wurde Goya nach einer schweren Krankheit taub und zog sich von der Welt zurück. Karl IV. ernannte ihn 1798 zum Hofmaler. Zwischen 1808 und 1814 war Goya Maler am Hof der französischen Herrscher in Spanien. Während dieser Zeit veröffentlichte er die grafische Folge der "Schrecken des Krieges", die in realistischer Weise die Greuel des Krieges thematisieren. Nach der Machtübernahme Ferdinands VII 1824 übersiedelte er nach Bordeaux, wo er vier Jahre später verstarb.

    Künstlerische Leistung

    Goya war außerordentlich vielseitig und wandlungsfähig. In seiner ersten Schaffenszeit, etwa 1771 bis 1794, gehörte er dem ausgehenden Rokoko an. Unter dem Einfluss von Mengs und besonders Tiepolo schuf er dekorative Szenen in leuchtenden Farben als Kartons für die Gobelinmanufaktur.

    Mitte der 90er Jahre vertiefte sich seine Kunst und nahm Errungenschaften der Romantik und des Impressionismus vorweg. In duftiger, lockerer Farbgebung führte er die Malerei des Spaniers Velázquez weiter, erfuhr den Einfluss Rembrandts und ließ alte Niederländer wie Bruegel und Bosch auf sich wirken. Er wurde ein hervorragender Porträtist. Die ungeschönten, in offener Manier ausgeführten Bildnisse weisen bereits auf die Malerei des 20. Jahrhunderts voraus.

    Wegen angeblicher "Obszönität" der Bilder "Die nackte Maja" und "Die bekleidete Maja" - wohl seine bekanntesten Werke - musste Goya sich 1813 vor der spanischen Inquisition verantworten. Über die Identität des Modells gibt es bis heute zahlreiche Spekulationen, es wird aber vermutet, dass dem Maler verschiedene Frauen Modell standen.

    Großen Einfluss hatte der nationale Befreiungskrieg gegen die napoleonische Herrschaft auf sein Schaffen. Mit unerbittlicher Wahrheitsliebe, in pessimistischer Weltsicht schilderte er die Schrecken von Krieg und Not. In dem Ölgemälde "Dritter Mai" (1808, Prado) thematisierte Goya die grausamen Straßenkämpfe zwischen Spaniern und Franzosen während der napoleonischen Besatzung. Es entstanden seine grandiosen grafischen Werke: "Caprichos", "Desastres de la guerra" und "Los Proverbios". Durch Anwendung der Aquatintatechnik erreichte er Helldunkelwirkungen, die das Unheimliche und Dämonische ausdrücken.

    In fast allen Genres eilte Goya seiner Zeit weit voraus und wirkte nachhaltig auf die gesamte spätere Kunst.

    Werke (Auswahl)

    Teppichvorlagen im Prado: "Tanz im Manzanarestal" (1777); "Spaziergang in Andalusien" (1777); "Töpfermarkt" (1778); "Zollwächter" (1779); "Ländliche Szene (Weinernte)" (1786, Madrid, Prado); "Wasserträgerinnen" (1787); "Die nackte Maja"; "Die bekleidete Maja" (um 1798, Madrid, Prado); "Die Erschießung der Aufständischen" (1814, ebd.); "Der Maler Bayeu" (1796, Prado); "Karl IV. und seine Familie" (1800, ebd.); "Königin Maria Luise" (München, Alte Pinakothek); "Stillleben mit Lachs" (1824-46, Winterthur, Sammlung Reinhart); "Die Milchfrau von Bordeaux" (1827-28, Madrid, Prado, inzwischen als Fälschung angesehen).

    Grafisches Werk: "Caprichos" (80 Aquatintablätter in Federstrichmanier, 1796-98); "Desastres de la guerra" (82 Radierungen, 1808-15, vollständige Ausgabe 1863); "Tauromaquia (Stierkampf)" (33 Radierungen, 1815); "Disparates" (18 Blätter, 1815, vollständige Ausgabe 1850).

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