Neapolitanische Schule

    Aus WISSEN-digital.de

    Nach 1650 bildete sich in Neapel ein bestimmter Typus der Opera seria heraus, der - mit Abwandlungen und Verfeinerungen - bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in Italien und bald auch in ganz Europa gültig war. Wichtigste Neuerung war die klare Einteilung in Secco-Rezitativ, Accompagnato und Arie, bei der sich die Form der Da-capo-Arie als Norm herauskristallisierte. Die Ouvertüre besitzt die Form einer dreiteiligen Opernsinfonia (Vorläuferin der klassischen Symphonie). Eine bedeutende Rolle spielen die überaus aufwändigen Inszenierungen sowie das aufkommende Gesangsvirtuosentum mit Primadonnen und Kastraten. Die Schönheit von Musik und Gesang war der dramatischen Wahrheit übergeordnet. Bedeutende Textdichter der Neapolitanischen Opernschule waren A. Zeno (1668-1750) und P. Metastasio (1698-1782). A. Scarlatti, dem wichtigsten Vertreter der Schule, gingen u.a. Francesco Provenzale (1627-1704) und A. Stradella voran. Es folgten im 18. Jahrhundert N. Porpora, G.B. Pergolesi, J.A. Hasse, G.F. Händel u.a. Reformerische Tendenzen um 1760 verstärkten die Bedeutung von Chor und Orchester (T. Traetta, N. Jommelli). Ebenfalls kritisch mit dem in Konventionen erstarrten neapolitanischen Operntypus setzte sich C.W. Gluck auseinander. Mit den Opern S. Mayrs und G. Rossinis endete die Vorherrschaft der Neapolitanischen Schule.

    Aus den heiteren Zwischenaktmusiken und Intermedien entwickelte sich um 1730 die Opera buffa, heiteres Gegenstück zur Opera seria. Erstes wegweisendes Werk: G.B. Pergolesis "La serva padrona" (1732). Seit ca. 1740 auch abendfüllend, gab die Opera buffa bedeutende Impulse zur Weiterentwicklung der Opera seria. Wichtige Vertreter der abendfüllenden Opera buffa: B. Galuppi, N. Picinni, G. Paisiello, D. Cimarosa sowie W.A. Mozart mit "Die Hochzeit des Figaro", "Don Giovanni" und "Così fan tutte".

    Die Solokantate mit zwei bis drei Da-capo-Arien und Rezitativen erlebt eine große Blüte und wurde zur Standardgattung der Epoche.

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