Geld

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    1. Börsensprache: Zu einem bestimmten Kurs lagen Kaufaufträge vor.Ggs. zu: Brief
    2. in der modernen Wirtschaft das allgemein anerkannte Tausch- und Zahlungsmittel; der gleichzeitig nach Gehalt und Gewicht festgelegte und später mit öffentlich und rechtlich gültigen entsprechenden Zeichen versehene Wertmaßstab für begehrte Güter und Leistungen; Kennzeichen und zugleich Voraussetzung für die höhere Wirtschaftsform der "Geldwirtschaft" gegenüber der vorausgegangenen niedrigeren naturalwirtschaftlichen Stufe mit vorherrschendem Gütertausch (zu den getauschten Naturalien zählte z.B. Vieh, lateinisch: pecus, daher lateinisch: pecunia, "Geld").


    Geldarten sind Hart- (Münzen) und Papiergeld (Noten); ferner wird unterschieden zwischen Bar- und Giralgeld. Die Geldverfassung eines Landes wird Währung genannt.

    Geld hat drei verschiedene Funktionen:

    1. gewährt einen effizienten, erleichterten Gütertausch;

    2. dient als Rechenmittel, um ungleiche Güter zu vergleichen;

    3. Wertaufbewahrungsfunktion.

    Geschichte

    Entscheidend für die Entwicklung des Geldwesens war der Übergang zu Metallgeld: zunächst in Form von Metallbarren (z.B. Bronze), dann Metallgegenständen, z.B. bei den Ägyptern Gold- und Kupferringe, und schließlich die gewichtsgleiche, einheitlich geformte Münze. Eine babylonische "Mina" wird um 1600 v.Chr. im indischen Rig-Veda erwähnt. Die Griechen übernahmen um 650 v.Chr. die Münzprägung von den Lydern, denen die Sage die Erfindung der Münzprägung zuschreibt; als Metall wurde unter anderem Elektron (eine Silber-Gold-Legierung 4:1) verwendet, seit Krösus (um 550) reines Gold (auch für die persische Dareike und den makedonischen Stater), im silberreichen Attika (Bergwerke von Sunion) dagegen fast ausschließlich Silber. Einheiten der in der Antike maßgeblichen griechischen Währung: 1 Talent (= 26,2 kg) = 60 Minen = 3600 Drachmen = 21600 Obolen. Dareike und Goldstater waren etwa 30 Silberdrachmen wert.

    In der römischen Republik um 270 v.Chr. erste Kupfer- und Silbermünzen, um 190 v.Chr. der römische Silberdenar, in der Kaiserzeit rechnete man mit dem Goldsolidus und Silberdenar, als Kleingeld war die Sesterze im Umlauf. Wirtschaftskrisen (Staatszwangswirtschaft, unzulängliche Produktion besonders des Gewerbes) führten zur Inflation; zwischen Caracalla und Diokletian (217-248) sank der Geldwert auf ein Achtzehntel des alten Kaufwertes.

    Die Germanen übernahmen die Geldwirtschaft in der zerrütteten Form. Als der Arabereinbruch den Mittelmeerhandel lahm legte, wurde der Geldwirtschaft im Abendland die Grundlage entzogen; doch behaupteten sich Solidus und Denar als Rechnungseinheiten, obwohl nur noch selten in barer Münze bezahlt wurde; gotische, fränkische und langobardische Herrscher ließen eigene Münzen prägen. Soweit Geld verwendet wurde, war seine Kaufkraft sehr hoch, weil Edelmetalle bis zur Entdeckung Amerikas rar und mühselig zu gewinnen waren.

    Das Recht, Münzen zu prägen, wurde vom König als Regal an Fürsten und Städte verliehen, die Folge wurde ein wirres Durcheinander der Währungen, gesteigert durch "Münzverruf". Als Reichskurs wurde z.B. in der Stauferzeit das Pfund (Silber) zu 20 Solidi (Schilling), der Solidus zu 12 Denaren zu Grunde gelegt, daneben bestand die Naturalwirtschaft weiter.

    In der Entwicklung zur reinen Geldwirtschaft ging Italien voran, auch in der Organisation des bargeldlosen Zahlungsverkehrs (Banken); aus Florenz ging der Florin (später Gulden) nach Deutschland, aus Byzanz der Dukaten (Reichsmünze 1559 bis 1857); deutschen Ursprungs war der Taler.

    Der Merkantilismus entwickelte eine staatliche Geldpolitik, wenn auch unter falschen Voraussetzungen. Infolge der Überproduktion von Silber gingen viele Staaten zur (ausschließlichen) international zuverlässigen Goldwährung über (England um 1800, das Deutsche Reich 1871); doch führte der relative Mangel an Gold bei Ausweitung des Wirtschaftsvolumens zur Ausgabe von ungedecktem Papiergeld durch Notenbanken (erstmals 1716 in Frankreich), das nur noch zum Teil durch Gold gedeckt war, in einzelnen Fällen überhaupt nicht mehr (z.B. 1923 die Rentenmark in Deutschland, zur Überwindung der Inflation, gesichert durch die Gesamtbelastung des Bodens, der Industrie usw.).

    Nach dem Zweiten Weltkrieg Versuch der internationalen Währungsstabilisierung durch das Abkommen von Bretton Woods und andere Währungsmaßnahmen.

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