Armut

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    eine wirtschaftliche Situation, in der die betroffene Person oder Bevölkerungsgruppe nicht mehr in der Lage ist, aus eigener Kraft das im jeweiligen Land bestehende Existenzminimum zu sichern.

    Absolute und relative Armut

    Generell unterscheidet man zwischen absoluter und relativer Armut:

    Absolute Armut bezeichnet einen Zustand des akuten Mangels, in dem ein Mensch direkt (Verhungern, Verdursten) oder indirekt (Krankheit) durch den Tod bedroht ist. Die Weltbank gab die absolute Armutsgrenze mit einem Einkommen von weniger als 1 US-Dollar pro Tag an. Die Zahl der nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) in absoluter Armut lebenden Menschen war 1991 bei 1,1 Milliarden Menschen, 1993 bei 1,3 Milliarden, 1996 etwa bei 1,5 Milliarden und 2002 bei 1,2 Milliarden. Die Mehrzahl dieser Menschen lebt in Asien oder Afrika; absolute Armut betrifft also hauptsächlich die Entwicklungsländer. Westliche Industrienationen versuchen dem mit Entwicklungshilfe und wirtschaftlicher Zusammenarbeit entgegenzuwirken.

    Relative Armut bezeichnet einen Zustand, in dem die Teilnahme am soziokulturellen Lebensstandard einer Gesellschaft unmöglich ist. Diese auch "neue Armut" genannte Erscheinungsform trifft auch Bevölkerungsgruppen in Industrieländern, z.B. Langzeitarbeitslose, Obdachlose, allein Erziehende, Senioren. Ihr muss mit wirtschafts- und sozialpolitischen Maßnahmen begegnet werden. EU-weit (EU der 25) zählte die Europäische Kommission 2001 68 Millionen Menschen zu den relativ Armen, das ist ein Viertel der Bevölkerung. Auch in Deutschland steigt die Zahl der relativ Armen, wobei sich der Schwerpunkt von der Alters- auf die Kinderarmut verschiebt. Am stärksten betroffen sind demnach Familien und kleine Kinder (1998 waren es 30 % der Kinder unter sechs Jahren). Der Zusammenbruch der Planwirtschaft im ehemaligen Ostblock rief in vielen Ländern Massenarmut hervor, da der Übergang zur Marktwirtschaft nicht bewältigt werden konnte. Auf der anderen Seite weisen einige der neuen Mitgliedsstaaten eine deutlich geringere Quote relativ Armer auf als die langjährigen EU-Mitglieder.

    Kirchliche Armut

    Von diesen Formen der unfreiwilligen Armut ist die kirchliche und damit freiwillige Armut zu unterscheiden; ihr liegt der Gedanke der erhöhenden Askese zu Grunde. Besonders im Mittelalter entwickelte sich daraus ein ausgeprägtes Kirchliches Bettelwesen (Bettelmönche).

    Geschichte

    Die Formen der Armut haben sich im Laufe der Geschichte stark verändert. Schon immer waren Menschen von absoluter Armut durch Naturkatastrophen oder gesellschaftliche Krisen (Kriege) bedroht. Erst mit der Klassenbildung im Mittelalter wurde relative Armut zu einem Dauerzustand, der erhebliche Teile der Bevölkerung traf. Mit der ersten Industriellen Revolution und dem damit sich durchsetzenden Kapitalismus trat eine bisher ungekannte Form der Massenarmut auf, die große, bisher nicht als arm geltende Bevölkerungsteile (Bauern, Handwerker) traf.


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