Schutzzoll

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    Der Schutzzoll diente gegenüber dem früher allein gebräuchlichen Finanzzoll, der der Staatskasse Einkünfte verschaffte, der Protektion der inländischen gewerblichen oder landwirtschaftlichen Erzeugung gegen überlegene Auslandskonkurrenz, deren Einfuhren durch zweckentsprechend gestaffelte Zolltarife verteuert wurden. Siehe auch Protektionismus. Neben den Einfuhrzöllen werden vereinzelt auch Exportzölle zum Schutz der einheimischen Wirtschaft erhoben, um die übermäßige Ausfuhr bestimmter im Land selbst benötigter Waren einzudämmen.

    Geschichte

    In der Stadtwirtschaft des Mittelalters dienten die Reglements der Zünfte und Gilden praktisch dem gleichen Zweck wie der Schutzzoll.

    Die Zollpolitik des Merkantilismus war zunächst noch von fiskalischen Erwägungen bestimmt, verfolgte daneben aber auch schon schutzzöllnerische Ziele.

    Der Freihandel, um die Mitte des 19. Jh. fast unumschränkt möglich, verwarf jede Art von Zoll, v.a. aber den Schutzzoll als den gröbsten Verstoß gegen das freie Spiel der Kräfte in den zwischenstaatlichen Handelsbeziehungen.

    Im 19. Jh. wurden Schutzzölle von Friedrich List als "Erziehungszölle" für die junge deutsche Industrie gefordert, bis sie den Vorsprung des Auslands, besonders Großbritanniens, aufgeholt hätte.

    In der zweiten Hälfte des 19. Jh.s gingen alle Großmächte (mit Ausnahme Großbritanniens) im Rahmen des so genannten Neu-Merkantilismus zum Schutzsystem über. Die wechselseitige Schädigung der auf Export angewiesenen Wirtschaftszweige führte zu Zollkriegen mit "Kampfzöllen".

    In Deutschland verband Bismarck den Übergang zum Schutzzollsystem (1879) mit dem Plan einer umfassenden Reichsfinanzreform (Unabhängigkeit des Reichs von den Matrikularbeiträgen der Einzelstaaten), was wegen des Widerstandes der Föderalisten jedoch nur teilweise gelang. Die 1879 gegen den heftigen Widerstand der freihändlerischen Kreise angenommene Schutzzollvorlage, für die "Schlotbarone" (Eisenindustrielle) und "Krautjunker" (Großgrundbesitzer) gemeinsam eingetreten waren, wurde bis zum Ersten Weltkrieg mehrfach revidiert; innenpolitisches Streitobjekt war besonders die vom "Bund der Landwirte" geforderte weitgehende Erhöhung der Agrarzölle; Hauptleidtragender der deutschen Schutzzollpolitik war Russland (Getreideexport).

    Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand eine allgemeine Tendenz zur Liberalisierung des Welthandels, in Ländern mit Zahlungsbilanzdefiziten kamen jedoch immer wieder Bestrebungen nach Schutzzöllen auf. Vor allem im Rahmen der Europäischen Union werden Importzölle zum Schutz der Landwirte erhoben. Im Rahmen des GATT (seit 1947) sollte die Weltwirtschaft durch Abbau von Zöllen gefördert werden, was in acht Verhandlungsrunden festgeschrieben wurde. Die GATT-Abkommen wurden 1996 in die WTO (Welthandelsorganisation) als Nachfolgeorganisation des GATT übernommen.

    KALENDERBLATT - 21. Juni

    1919 Der in der Bucht von Scapa Flow internierte Teil der deutschen Kriegsflotte versenkt die eigenen Schiffe. Aufgrund der schlechten Nachrichtenübermittlung hat der deutsche Kommandant irrtümlich angenommen, dass Deutschland das Ultimatum zur Annahme der Friedensbedingungen ablehnen werde, und hat beschlossen zu verhindern, dass die Schiffe in "Feindeshand" geraten.
    1940 Hitler diktiert die Waffenstillstandsbedingungen mit Frankreich.
    1951 Die drei Westmächte brechen auf der Konferenz der vier Siegermächte die Gespräche mit der Sowjetunion ab, nachdem die Diplomaten sich vier Wochen lang nicht auf die Rangfolge der Punkte der Außenministertagung einigen konnten.



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