Meer

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    Sehr große zusammenhängende Wassermasse auf der Erdoberfläche.

    Die Gesamtfläche der Meere beträgt 71 % der Erdoberfläche (360,3 Millionen km²), die mittlere Meerestiefe 3 800 m und die größte gemessene Tiefe 11 022 m (im Pazifik). Meerwasser hat einen konstanten Salzgehalt.

    Neben zeitweiligen Meeresströmungen bestehen andauernde Driften als Folge der beständigen Winde, außerdem durch Druckunterschiede, z.B. zwischen Binnen- und offenen Meeren. Durch die Anziehungskraft des Mondes und die Fliehkraft der Erde kommt es an den Küsten der Meere zum Wechsel von Ebbe und Flut (Gezeiten). Die Wissenschaft vom Meer heißt Ozeanographie.

    Neben der Erde werden auch auf den Jupitermonden Europa, Ganymed und Kallisto Ozeane vermutet.

    Die verschiedenen Meeresarten und die Weltmeere

    Man unterscheidet zwischen Ozeanen als den größten zusammenhängenden Wassermassen und den durch Land von den Ozeanen abgegrenzten Nebenmeeren. Bei den Nebenmeeren unterscheidet man zwischen den Binnenmeeren (z.B. Ostsee), interkontinentalen Mittelmeeren (z.B. das europäische Mittelmeer) und Randmeeren (z.B. Nordsee).

    Trotz dieser Unterteilung sind alle Meere miteinander durch Strömungen verbunden, weshalb man die Gesamtheit der Meere auch Weltmeer nennt. Die Strömungen entstehen durch Unterschiede in Temperatur und Salzgehalt der Wassermassen. Die meisten von ihnen werden in dem Begriff "globales Förderband" (thermohaline Zirkulation) zusammengefasst.


    Im historischem Kontext wird die Anzahl der "Weltmeere" zumeist mit sieben angegeben, wobei von Kultur zu Kultur unterschiedliche Seegebiete als "Weltmeer" bezeichnet wurden. Heute teilt man das Weltmeer in fünf Ozeane und zahlreiche Nebenmeere ein:

    Auch die Einteilung in drei Ozeane ist möglich. Hierbei wird der Arktische Ozean dem Atlantik zugerechnet und der Südliche Ozean dem Atlantischen, Pazifischen und Indischem Ozean.

    Neben den fünf bzw. drei Ozeanen gibt es zahlreiche Nebenmeere, die den einzelnen Ozeanen zugeordnet werden: Siehe auch Liste der Meere der Welt.

    Geologische Einteilung der Meere

    Es wird zwischen Flach- und Tiefsee unterschieden. In der Flachsee liegt das so genannte Kontinentalschelf. Damit ist die küstennahe Region der Meere gemeint, in der die Wassertiefe nicht mehr als 200 m beträgt. Die Region über dem Kontinentalschelf heißt Schelfmeer. Die Nordsee ist zum Beispiel ein reines Schelfmeer. Das Schelfmeer ist sehr artenreich und bietet gute biologische Lebensmöglichkeiten.

    Die Grenze zwischen Schelf und der eigentlichen Tiefsee bildet der Kontinentalabhang, dessen unterer Bereich Kontinentalfuß genannt wird. Ab einer Tiefe von 1000 m spricht man von Tiefsee, der Kontinentalabhang kann aber wesentlich tiefer als 1000 m reichen.

    In der Tiefsee gibt es große, ausgedehnte Tiefseeebenen. Ansonsten ist der Meeresgrund hier v.a. durch die Ergebnisse vulkanischer und tektonischer Tätigkeit geprägt. Hier gibt es die Tiefseegräben.

    Der Mensch und das Meer

    Für die Menschheit spielen die Meere seit jeher eine große Rolle: als Nahrungsquelle, als Grenzen und nicht zuletzt als Orte der Mythologie. Auch heute noch gilt die Tiefsee als weitgehend unerforschtes Gebiet und immer wieder entlocken Wissenschaftler der Tiefe neue Geheimnisse.

    Genutzt wird das Meer in erster Linie von der Fischwirtschaft, man gewinnt außerdem Salz, Süßwasser und Mineralien wie Magnesium und Natrium daraus. Daneben finden sich im Meeresboden Bodenschätze wie Erdgas und Erdöl.

    Das Meer steht zum größten Teil allen Staaten zur Nutzung offen (Freiheit der Meere, nur das Küstenmeer gehört bis zur Dreimeilenzone zum jeweiligen Staatsgebiet des Uferstaates.

    Die ökologische Bedeutung der Meere

    Die Meere spielen insbesondere für das Klima eine entscheidende Rolle. Gebiete in Küstennähe verfügen über gleichmäßige Klimaverhältnisse, da hier das Seeklima herrscht. Das verdunstete Meereswasser liefert den größten Teil der jährlichen Niederschläge.

    Das Meer ist ein äußerst komplexes und vielfältiges Ökosystem, das durch die Eingriffe des Menschen zunehmend stärker gefährdet wird. In den letzten Jahrzehnten ist der Bestand vieler Meerestierarten deutlich zurückgegangen, das Überleben einiger Arten ist inzwischen stark gefährdet. Ursachen hierfür sind v.a. die Überfischung der Meere, das Einleiten von Schadstoffen in den Wasserkreislauf und der Abbau von Rohstoffen im Meer (Manganknollen, Erdöl), der schwere Umweltschäden verursacht. Dies gilt zurzeit besonders für die Küstengebiete, langfristig wird aber auch das offene Meer bedroht sein. Siehe auch Meeresverschmutzung.

    KALENDERBLATT - 19. September

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