Violine

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    (italienisch "kleine Viola") auch: Geige;

    Streichinstrument (Chordophon) der Da-braccio-Familie. Instrument in Diskantlage (um eine Quinte höher als die Viola gestimmt). Das Instrument entstand in Vorformen bereits in der ersten Hälfte des 16. Jh.s, bekam seine endgültige und bis heute beispielhafte Gestalt jedoch erst 1713 durch A. Stradivari. Dieser gab der Violine, die sich von einer dreisaitigen Variante zum viersaitigen Instrument gewandelt hatte, eine Korpuslänge von ca. 35,5 Zentimeter, die den klanglichen Gegebenheiten optimal angepasst ist. Die Saiten sind auf g  - d' - a' - e gestimmt und verlaufen vom Wirbelkasten (mit der Schnecke) über das Griffbrett und den Steg zum Saitenhalter, der am unteren Ende des Instrumentes befestigt ist. Gestrichen wird zwischen Griffbrett und Steg, gegriffen auf dem Griffbrett, das im Gegensatz zu den Instrumenten der Gamben- oder Gitarrenfamilie keine Bünde besitzt. Der Korpus der Violine besteht aus Fichte (Boden) und Ahorn (Decke). Ebenfalls aus Ahorn sind die Zargen gefertigt, die Decke und Boden verbinden. Die Saiten, die früher ausschließlich aus Darm hergestellt wurden, werden heute größtenteils aus Darm (mit Silberdraht umsponnen), Stahl oder Kunststoff gefertigt, allerdings kehrt man bei der Aufführung alter Musik (des 15. bis 18. Jh.s) wieder zu reinen Darmsaiten zurück.

    Im Orchester werden die Violinen meist chorisch besetzt; als Soloinstrument kommt der Violine nach dem Klavier die wohl wichtigste Bedeutung zu. Ihr Umfang reicht von g bis etwa g'''', ein Virtuose bewältigt unter anderem durch die Flageolett-Technik noch höhere Passagen. Weitere Techniken sind Bariolage-, Doppel-/ Tripel-/ Quadrupelgriffspiel, Skordatur, Vibrato, Pizzicato, Arpeggio, Con-sordino-Spiel, Sul-ponticello-Spiel, Col-legno-Spiel, Lagenspiel, verschiedene Bogenstricharten (Detaché, Saltato, Staccato u.a.).

    Eine erste große und systematische Violinschule gab 1756 L. Mozart heraus. Zahlreiche technisch-virtuose Erweiterungen des Violinspiels führte N. Paganini im 19. Jh. ein.

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    Antonio Stradivari, Gemälde von Edgar Bundy, 1893

    Bis in den Beginn des 18. Jh.s hinein entwickelte sich die Familie der Violininstrumente gleichberechtigt neben der Familie der Viola da gamba. Mit Ende des Barock und den Vorläufern der Klassik jedoch wurde sie aufgrund ihres besser modellierbaren und größeren Klangs zum vorherrschend eingesetzten Ensemble- und Soloinstrument. Bedeutende Werke für Violine als Soloinstrument schufen I.F. von Biber ("Rosenkranz"- oder "Mysteriensonaten", 1676), A. Vivaldi (über 250 Violinkonzerte sowie "Le quattro stagioni") J.S. Bach (2 Violinkonzerte, Doppelkonzert, Sonaten und Partiten für Violine solo), W.A. Mozart (6 Violinkonzerte), L. van Beethoven (Violinkonzert D-Dur, op. 61, 2 Romanzen, Violinsonaten), F. Mendelssohn Bartholdy (Violinkonzert e-Moll, op. 64), J. Brahms (Violinkonzert D-Dur, op. 77), A. Dvorák (Violinkonzert a-Moll, op. 53), M. Bruch (3 Violinkonzerte), A. Berg (Violinkonzert "Dem Gedenken eines Engels"), G. Ligeti (Violinkonzert) und beinahe alle anderen bedeutenden Komponisten.

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