Karte

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    maßstäblich verkleinerte, vom Grundriss her generalisierte Darstellung und Kennzeichnung der Erdoberfläche oder von Teilen derselben. Die Wissenschaft und die Herstellung von Karten heißt Kartografie.

    Kartentypen

    Datei:Kart1436.jpg
    Karte Großbritannien (13. Jh.)

    Topografische Karten geben Informationen über Besiedlung, politische Grenzen, Verkehrswege, Gewässer, Landschaftsarten und Gebirge. Spezialkarten werden für die verschiedensten Interessen angefertigt. Für die Schifffahrt gibt es spezielle Karten, die Strömungen und Untiefen verzeichnen. Geschichtliche Karten informieren über den früheren Verlauf politischer Grenzen, Truppenbewegungen und Schlachten der Vergangenheit. In der Klimatologie und der Meteorologie werden spezielle Wetterkarten benötigt. Eine Vielzahl weiterer Informationen kann auf Karten angegeben werden (Bodenschätze, landwirtschaftliche Produktion, Tierpopulationen usw.).

    Karten verfügen gewöhnlich über eine so genannte Legende, in der über die verwendeten Symbole und Abkürzungen informiert wird. Hier wird auch der Maßstab der Karte angegeben, der je nach Verwendungszweck der Karte sehr unterschiedlich sein kann. Auf Karten können verschiedene Orte mit den gleichen Merkmalen untereinander verbunden werden durch die so genannten Isolinien. Die meisten Karten informieren z.B. mit Hilfe von Höhenlinien über das Relief der Erdoberfläche. Da die Erde kugelförmig ist, treten bei der kartografischen Darstellung größerer Gebiete Schwierigkeiten auf, da eine Karte nur zweidimensional ist. Die Versuche, diese Probleme mit darstellerischen Kompromissen zu lösen, nennt man Kartenprojektionen. Kartenprojektionen gibt es in verschiedenen Formen, die dem jeweiligen Verwendungszweck der Karte angepasst sind.

    Schon die alten Griechen (Eratosthenes, Ptolemäus) haben ein Gradnetzsystem entwickelt, das die Erde in Längen- und Breitengrade einteilt. Das Gradnetzsystem ermöglicht eine exakte geografische Bestimmung von jedem Ort auf der Erde. Es ist deshalb für die Anfertigung von Karten von besonderer Bedeutung.

    Erstellung von Karten

    Heute werden die für die Erstellung von Karten notwendigen Vermessungen mit den modernsten technischen Mitteln gewonnen. mithilfe des GPS, eines Vermessungsverfahrens durch Satelliten, kann eine außerordentliche Exaktheit erreicht werden.

    Ein wirkungsvolles Verfahren zur Erstellung von Karten ist die Fotogrammetrie. Karten werden heute mit der Unterstützung von Computerprogrammen erstellt, die die Vielzahl der Vermessungsdaten verarbeiten.

    Geschichte

    Landkarten waren in ihrer Entwicklung abhängig von der Erweiterung der geografischen. Kenntnisse; älteste erhaltene Landkarte geritzte babylonische Tontäfelchenkarte, um 3800 v.Chr., für das Gebiet von Libanon bis Persien; um 1500 v.Chr. ältester Stadtplan auf Tontafel (Nippur, maßstabgerecht und beschriftet); um 1250 v.Chr. Papyrusplan nubischer Goldminen mit Gebirgsdarstellung; erste Weltkarte bei den Chaldäern, mit Babylon als Mittelpunkt der Erde (17. Jh. v.Chr.); der Grieche Anaximander (6. Jh. v.Chr.) stellte die Erde auf einer Erztafel dar. Die wissenschaftliche Kartografie begann um 200 v.Chr. mit Eratosthenes, der in Ägypten die erste Gradmessung durchführte; Weltkarte mit Einteilung in Vierecke. Älteste Atlassammlung um 125 n.Chr. durch Ptolemäus, Gradnetz mit geografischen Breiten und Längen; ohne Projektion dagegen die Straßenkarten der Römer, angefertigt zu militärischen Zwecken auf Grund von Streckenmessungen, in Ostwestrichtung verzerrt (unter anderem die nicht erhalten gebliebene Weltkarte des Agrippa 12 v.Chr.); späte Kopie einer römischen Routenkarte von etwa 370 n.Chr., die so genannte Peutingersche Tafel aus dem 13. Jh. (von Markus Welser veröffentlicht 1520); ähnlich auch die Mönchskarten des Mittelalters (Radkarten, Erde als Scheibe, vom Weltstrom umflossen, Osten mit Paradies oben, Jerusalem in der Mitte); unabhängig davon die Seekarten (besser: Segelhandbücher) der Italiener und Katalanen (seit 1300, Portulan- oder Rumbenkarten), verfertigt mit Hilfe des Kompasses und für das Segeln mit dem Kompass; noch die Weltkarte des Fra Mauro in Venedig (1453) und der Behaimsche Weltapfel (Globus) von 1492 enthielten sämtliche Irrtümer des Ptolemäus, dessen Karten seit 1475 im Druck vervielfältigt wurden (um 1460 erste Kartendrucke überhaupt); aus den zusammengesetzten Portolani (Schifferkarten) ergab sich allmählich ein getreues Abbild der Erde (1504 Carta marina von Portugal); großartigste Leistung dieser Zeit: Gerhard Mercators Weltkarte 1569 (Zylinderentwurf mit vergrößerten Breiten), 1594 stellte Mercator den ersten "Atlas" (so von ihm

    benannt) aus eigenen Karten zusammen; Beginn der Landvermessungen (1554-68 in Bayern, 1600 in Sachsen, 1619-35 in Württemberg); die besten Karten des 17. Jh.s lieferte Holland; Frankreichs Astronomen (Delisle, d'Anville) verarbeiteten ihre Beobachtungen und schufen die Voraussetzungen für die moderne kritische Kartografie mit mathematisch begründeten, flächentreuen Netzen; mit der trigonometrischen Vermessung Frankreichs 1750-1792 durch Jacques und Cesar Cassini begann das Zeitalter der systematischen topografischen Aufnahmen.

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