Freiheit

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    Allgemeines

    Freiheit bedeutet die Möglichkeit, in einer existierenden gesellschaftlichen Umwelt frei und eigenverantwortlich entscheiden zu können. Dabei wird aber diese Freiheit durch die Rechte der anderen Mitglieder der Gesellschaft begrenzt, denn es besteht ein konkreter Zusammenhang zwischen den Freiheitsrechten des Individuums und den gesellschaftlichen Verbundenheiten.

    Freiheit bedeutet für den Einzelnen die Fähigkeit zur Selbstverwirklichung ohne äußeren Zwang, zwar innerhalb eines Gesellschaftsverbundes, aber mit dem größtmöglichen Freisein von gesellschaftlichen Bindungen.

    Innerhalb eines politischen Verbundes ist die Freiheit in der Verfassung in den Grund- und Freiheitsrechten festgelegt.

    Hauptfunktionen der Freiheitsrechte

    Die Freiheitsrechte besitzen drei Hauptfunktionen:

    a) Sie schützen das Individuum vor den Eingriffen gesellschaftlicher Autoritäten in seine Entscheidungsrechte.

    b) Sie konstituieren die konkreten Rechte zur Mitgestaltung im politischen System sowie auch im sozialen, ökonomischen und kulturellen Leben der Gesellschaft.

    c) Sie deuten auf eine positive und konstruktive Weise die menschliche Freiheit in der gesellschaftlichen Verbundenheit.

    Freiheit und Willkür werden so voneinander abgegrenzt, wobei das Letztere nur als subjektive Verfolgung privater Interessen ohne Rücksicht auf die Gesellschaft erscheint, während dagegen die Freiheit die Ausdrucksform eines durch Vernunft geleiteten Willens darstellt.

    3. Geschichte

    Antike

    In der Antike war die Freiheit zunächst ein politischer Begriff, der Freie unterschied sich als Bürger der Polis vom Sklaven. Die individuelle Freiheit ist bei Sokrates, Platon und Aristoteles die Einsicht des Menschen in das Vortreffliche, verwirklicht in politischer Praxis und im Leben; innerlich frei war der Mensch, wenn er vernunftfeindliche Triebe seinem Geist unterwarf.

    Neuzeit

    In der Neuzeit mit Entstehen des Bürgertums ist die Freiheit zunächst stärker politisch definiert; Hobbes, Locke, Rousseau verstanden darunter die Unabhängigkeit von überlieferter oder selbst auferlegter Autorität und Fremdbestimmung.

    deutscher Idealismus

    Im deutschen Idealismus (Kant, Hegel, Fichte) wurde der Freiheitsbegriff weiterentwickelt; Kant unterscheidet die empirische, psychische Freiheit als Unabhängigkeit von äußeren Faktoren und die sittliche Freiheit als Unabhängigkeit des Willens von psychischen Faktoren und als Befolgung vernünftiger Sittengesetze; Hegel versteht unter Freiheit das individuelle Vermögen, bewusst handeln zu können; die Geschichte ist ein "Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit"; im Verlauf der Geschichte geschaffene Institutionen sind Verwirklichungen von Freiheit.

    Marxismus

    Für Marx ist Freiheit die Einsicht in geschichtliche Notwendigkeiten, hervorgegangen aus gesellschaftlicher Praxis und materieller Produktion; persönliche Freiheit und Selbstverwirklichung sind für die Masse der arbeitenden Menschen mit sozialer Emanzipation eng verbunden; Freiheit ist die Aufhebung verselbstständigter Macht von Menschen über Menschen, verbunden mit gesellschaftlich organisierter Planung und Kontrolle der materiellen Produktion.

    Existenzphilosophie

    In der Existenzphilosophie wird die Freiheit zur Grundbestimmung menschlicher Existenz.

    gegenwärtige Diskussion

    In der heutigen politischen Diskussion geht es um das Spannungsverhältnis von individueller Freiheit und ihrer staatlichen Garantie, die zum Eingriff in die Freiheit des Einzelnen führen kann.

    nationale Freiheit

    Seit dem 19. Jh. trat neben die Forderung nach persönlicher der Kampf um nationale Freiheit. Er löste auf der ganzen Welt Kriege aus, veränderte Staatsgrenzen und destabilisierte ganze Regionen. Trotz wachsender wirtschaftlicher Verflechtung und Abhängigkeiten und trotz militärischer Blocksysteme hat der Kampf um nationale Freiheit nicht an Sprengkraft verloren.


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