Polis

    Aus WISSEN-digital.de

    (griechisch)

    Stadtstaat; Blütezeit 4. bis 6. Jh. v.Chr.; im klassischen Griechenland die Form staatlichen Zusammenschlusses an Stelle der lockeren Stammesstaaten der Einwanderungszeit (Griechenland), die sich allerdings bei einigen Stämmen (Makedonen, Thessaliern, Arkadern und anderen) behaupteten. Die Polis war ursprünglich die Ackerbürgersiedlung um eine Burg, oder sie war durch Zusammenlegung von Dörfern entstanden, anfangs ohne Wall und Mauer. Obwohl begünstigt durch die Zerklüftung des Landes (Kleinstlandschaften), trug die Polis nicht nur territorialen Charakter, sondern war politisch-kultische Gemeinschaft mit lokalem und religiösem Mittelpunkt, mit Wirtschaftsautarkie, Kultur- und Kulteinheit. Sie entwickelte sich schließlich zu festerer Organisation mit ausgeprägten, wenn auch wechselnden politischen Institutionen (Tyrannis, Oligarchie, Demokratie), wachsam auf Wahrung der "Autonomie", d.h. der Unabhängigkeit, bedacht (Zentralbegriff der politischen Geschichte der griechischen Poliswelt). Verschiedene Ansätze zum föderativen Zusammenschluss der Einheiten über ganz Griechenland blieben auf Dauer erfolglos durch die Eigenart der Polis, die es unmöglich machte, politisch über den engen Raum ihres Bereichs hinauszudenken; Verfall mit der Wandlung des geistig-religiösen Denkens; die in sich zerfallende Poliswelt geriet in Abhängigkeit von Makedonien, nachdem auch im Innern der Polis die Identifikation mit dem Gemeinwesen abgenommen hatte.


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