Freimaurerei

    Aus WISSEN-digital.de

    international verzweigte Vereinigung zum Schutz der Menschenrechte, gekennzeichnet durch männerbündische Organisationsform und geheimes Ritual. Ursprung in den Bauhütten des Mittelalters, in denen eine mystische Erweckungsbewegung gnostische und neuplatonische Gedanken pflegte, und in der Bewegung der Rosenkreuzer. Zentraler Begriff ist der "Bau" (am Tempel der Menschheit und am eigenen Ich); Eindringen des Ideengutes der Aufklärung mit den Begriffen Humanität, Toleranz, Gedankenfreiheit, Weltbürgertum.

    Offiziell entstand die Freimaurerei 1717 mit dem Zusammenschluss der vier Londoner Logen zur Großloge; es folgte eine rasche Ausbreitung über ganz Europa bis nach Russland und der Beitritt führender Denker (Friedrich der Große, Lessing, Herder, Voltaire, Fichte, Goethe u.a.). Es kam zur Ausbildung nationaler Eigenarten: in England nüchternes, praktisches Christentum; in Deutschland Verbindung mit Neuklassizismus und nationalem Denken (besonders in den so genannten altpreußischen Logen); in Frankreich, Italien, Spanien, Mexiko, Südamerika scharf antikirchlich; in Italien Unterstützung der Irredenta.

    Vorherrschend war jedoch der Einsatz für eine natürliche Ethik, ein dogmenfreies Christentum und politisch liberale Ideen. Es gab keine zentral geleitete Weltorganisation der Freimaurer, die wegen ihrer kosmopolitischen Ideen in autoritären Staaten unterdrückt (1925 Italien; 1933 Deutschland; 1940 Spanien) wurden. Der politische Einfluss der Freimaurer war verhältnismäßig am stärksten in den romanischen Ländern; in der DDR waren sie verboten.

    Heute werden die Ideale der "sittlichen Vervollkommnung" (Höflichkeit, Ehrenhaftigkeit, Hilfsbereitschaft, Treue) in der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland ("Freimaurerorden") angestrebt; weltweit sind rund sechs Millionen Menschen in Freimaurerbünden zusammengeschlossen.

    KALENDERBLATT - 27. Juli

    1794 Der französische Revolutionsführer Maximilien Robespierre wird gestürzt, nachdem er radikal dafür gesorgt hatte, alle Feinde der französischen Revolution der Guillotine zu übereignen. Er war als Vorsitzender des allmächtigen Wohlfahrtsausschusses für eine beispiellose Terrorgesetzgebung verantwortlich. Einen Tag nach seinem Sturz kommt er selbst unter die Guillotine.
    1894 Es kommt zum Krieg zwischen China und Japan, bei dessen Ende im April 1895 China die Unabhängigkeit Koreas anerkennen muss.
    1955 Der Österreichische Staatsvertrag tritt in Kraft, in dem Österreich von den Alliierten als "souveräner und demokratischer Staat" in den Grenzen vom 1. Januar 1938 anerkannt wird.



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