Friedrich II. der Große (Preußen)

    Aus WISSEN-digital.de

    preußischer König; * 24. Januar 1712 in Berlin, † 17. August 1786 in Potsdam

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    Friedrich II.

    Regierungszeit 1740-1786.

    Friedrich II. litt unter der Tyrannei seines Vaters und entging nach dem missglückten Versuch einer Flucht nach England knapp der kriegsgerichtlichen Verurteilung zum Tod, kam nach Küstrin in Haft und musste der Hinrichtung seines Freundes Katte zusehen.

    Als Kronprinz schrieb er in seinen glücklichsten Jahren, auf Schloss Rheinsberg, einen "Antimachiavelli" (Glaube an allgemein gültige, aus der Vernunft erwachsende politische Prinzipien).

    "Um Ruhm und Ehre zu gewinnen" und zur Minderung der Kaisermacht marschierte er im Jahr seines Regierungsantrittes (1740) in Schlesien ein, um dessen Besitz er drei Kriege (1740-1742 1. Schlesischer Krieg; 1744/45 2. Schlesischer Krieg; 1756-1763 Siebenjähriger Krieg) führte. Nach glanzvollen Siegen (Roßbach, Leuthen) und schweren Niederlagen (Kolin, Kunersdorf) rettete ihn schließlich nur der Tod der Zarin Elisabeth vor der Vernichtung durch eine europäische Koalition, die seine große Gegnerin Maria Theresia zusammengebracht hatte.

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    Friedrich II.[Friedrich II. im Kreise seiner Offiziere

    Außer Schlesien erwarb Friedrich Ostfriesland (1744) und Westpreußen (1772 1. Polnische Teilung), damit erhob er Preußen in die Reihe der europäischen Großmächte und begründete zugleich den deutschen Dualismus (eifersüchtige Opposition gegen habsburgische Versuche, die Kaisermacht zu stärken: 1779 im Bayerischen Erbfolgekrieg, 1785 durch den Deutschen Fürstenbund).

    Im Innern war Friedrich der Große der klassische Vertreter des aufgeklärten Absolutismus. ("Alles für, nichts durch das Volk") und machte als "erster Diener seines Staates" Preußen zu einem Wohlfahrtsstaat merkantilistischer Prägung und zum Rechtsstaat. Geistig gehörte Friedrich der Große der französischen Kultur, insbesondere der Aufklärung, an (Verkehr mit Voltaire, d'Alembert), konfessionell indifferent, gebot er Toleranz.

    1747 komponierte J. S. Bach das "Musicalische Opfer" über ein Thema, das ihm Friedrich II. bei einem Besuch Bachs in Sanssouci gestellt hatte. Friedrich war begeisterter Musikliebhaber, Flötenschüler von Johann Joachim Quanz und komponierte zuweilen sogar selbst. So ging nicht der machtwillige Menschenverächter Friedrich, sondern Friedrich, das Vorbild an Pflichterfüllung bis zur Selbstaufopferung und der bedürfnislose "Philosoph von Sanssouci" in das Geschichtsbewusstsein ein.

    Das in seiner persönlichen Staatsidee geeinte Preußen verlor unter seinen Nachfolgern an innerer und äußerer Sicherheit.

    Audio-Material
    Datei:V5 01.mp3 J.S. Bach: »Musikalisches Opfer«, BWV 1079. »Ricercare à 3 super thema regium«
    Zitat
    Friedrich der Große: Der Aberglauben ist ein Kind der Furcht, der Schwachheit und der Unwissenheit.


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