Hoden

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    (lateinisch: Testikel, Testes; griechisch: Orchis)

    Aufbau

    Der Begriff Hoden bezeichnet die männliche Keimdrüse. Der Hoden ist ein paariges, eiförmiges Organ, das im Hodensack (Scrotum) außerhalb der Bauchhöhle liegt und wird von der ihn umgebenen Hülle durch eine seröse Höhle (seröse Häute) getrennt. Oben liegt ihm, fest verbunden, der Kopf des Nebenhodens und hinten dessen Körper auf. Unter seiner serösen Bedeckung hat der Hoden eine derbe, bindegewebige Hülle, von der Bindegewebsblätter ins Innere vordringen und ihn in kegelförmige Läppchen gliedern. Diese liegen mit der Basis an der Organoberfläche und weisen mit der Spitze gegen einen hinten oben im Hoden gelegenen Bindegewebskörper, das Mediastinum testis. In den Läppchen liegen stark aufgewundene, dünne Gänge, deren einer bis zu einem dreiviertel Meter lang sein kann (Hodenkanälchen, Tubuli seminiferi contorti). Im Mediastinum testis bilden die gewundenen Samengänge zahlreiche netzartige Verbindungen miteinander (Rete testis). Aus diesem Netzwerk geht das Gangsystem in den Kopf des Nebenhodens über.

    Samenproduktion

    Eine Aufgabe der Hoden liegt in ihrer Samenproduktion (Spermatogenese). Sie erfolgt in den Hodenkanälchen (Tubuli seminiferi contori). In ihrem Inneren, das mit Keimepithel ausgekleidet ist, befinden sich die sogenannten Sertoli-Zellen. Die Sertoli-Zellen bilden ein Gewebe, in dem die Urkeimzellen der Samenzellen liegen. Bereits vor der Geburt bis zum Einsetzen der Pubertät werden aus den Urkeimzellen durch mitotische Teilung die Keimzellen (Gameten) gebildet.

    Dann erfolgt die eigentliche Samenzellenbildung, die in drei Phasen unterteilt wird:

    Die erste Phase wird als Vermehrungsphase bezeichnet. Die Keimzelle teilt sich durch Mitose. Es entstehen zwei Stammzellen (Spermatogenien) mit einem vollständigen Chromosomensatz (46 Chromosomen) im Kern (diploider Kern). Jede Stammzelle bildet durch erneute Mitose zwei Spermatozyten I. Ordnung mit ebenfalls 46 Chromosomen. Während der folgenden Reifungsphase wird jeder Spermatozyt I. Ordnung durch Meiose in zwei kleinere Spermatozyten II. Ordnung geteilt, die jeweils 23 Chromosomen (haploider Kern) besitzen. Aus diesen gehen dann durch nochmalige Mitose vier Spermatiden hervor, von denen je zwei ein X-Chromosom und zwei ein Y-Chromosom enthalten. Während der letzten Phase, der Differenzierungsphase, werden die Spermatiden zu Spermatozoen (Spermien, siehe Samen).

    Kalenderblatt - 15. Juli

    1410 Das Heer des Deutschen Ordens unterliegt in der Schlacht bei Tannenberg den polnisch-litauischen Truppen.
    1933 Italien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien schließen den so genannten "Viererpakt" ab, dessen Ziel lautet, "die Solidarität in Europa zu verstärken und das Vertrauen auf den Frieden zu festigen".
    1975 Island erklärt den "Kabeljaukrieg", indem es seine Fischereizonen von 50 auf 200 Seemeilen erweitert.