Chromosomen

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    (griechisch "Farbkörper")

    Allgemeines

    Chromosomen sind Gebilde im Zellkern von Pflanzen, Tieren und Menschen, in denen das Erbgut (Gene) enthalten ist. Bei bestimmten Stadien der Kernteilung erscheinen sie als fadenförmige Gebilde und zeigen starke Färbbarkeit infolge ihres Gehaltes an Nukleinsäuren. Die Anzahl der Chromosomen ist für jede Pflanzen- oder Tierart erblich. Der Mensch hat in jedem einzelnen Zellkern seines Körpers 46 Chromosomen: 23 stammen vom Vater und 23 von der Mutter.

    Aufbau von Chromosomen

    Bei ihrer Herausbildung im Kern zeigen die Chromosomen zwei Längshälften (Chromatiden). In einer durchsichtigen Hüllmasse, der Matrix, liegt der Achsenfaden des Chromosoms, das Chromonema. An der Spindelfaseransatzstelle (Zentromer) setzen die Spindelfasern (Zugfasern) an und trennen die Längshälften voneinander.

    Diplodie und Haploidie

    Das Chromosom enthält die Erbanlagen (Gene) wie auf eine Perlschnur aufgereiht. In den Körperzellen, die sich durch Äquationsteilungen (= Längsspaltung) aller Chromosomen vermehren, sind homologe Chromosomen (Autosomen) paarweise vorhanden (diploider, voller Chromosomensatz = 2n, siehe Diploidie). Durch die Reifeteilung bei der Bildung der Keimzellen wird die Zahl 2n auf je 1n "reduziert" (= haploide Anzahl, siehe Haploidie). Während der Befruchtung verschmelzen die Kerne der männlichen und weiblichen Keimzellen wieder zu Kernen mit 2n Chromosomen.

    Geschlechtschromosomen

    Die Chromosomen jedes Paares haben gewöhnlich die gleiche Größe und Gestalt (sind homolog). Lediglich ein Paar macht von dieser Regel eine Ausnahme (bei den meisten Tieren einschließlich des Menschen). Dieses repräsentiert die Geschlechtschromosomen (Heterochromosomen bzw. Gonosomen), im Gegensatz zu den anderen Autosomen. Bezeichnet wird dieses Chromosomenpaar mit X und Y. Beim Menschen ist das männliche Geschlecht durch unpaarige Chromosomen gekennzeichnet (XY-Chromosomen), das weibliche durch XX-Chromosomen. X ist relativ groß, Y (bestimmend für die Ausbildung männlichen Keimdrüsen) viel kleiner. Welches Chromosom bei der Reifeteilung einer Fortpflanzungszelle mitgegeben wird, ist demnach bestimmend für das Geschlecht des künftigen Organismus.

    Entschlüsselung von Chromosomen

    Bestimmte genetische Entwicklungen können heute bestimmten Chromosomen zugeordnet werden. Ende 1999 wurde erstmals die DNS-Sequenz eines menschlichen Chromosoms, des Chromosoms 22, fast vollständig entschlüsselt. Inzwischen sind auch das Chromosom 21, das bei der Entstehung des Downsyndroms eine Rolle spielt, sowie das Chromosom 20, das für die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit verantwortlich gemacht wird, entschlüsselt.


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