Ethik

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    (von griechisch: ethos, "Sitte")

    philosophische Disziplin, die dem Teilgebiet der praktischen Philosophie zugerechnet wird. Die Ethik beschäftigt sich mit der Frage nach dem richtigen Handeln und dem guten Leben des Menschen; sie sucht nach Antworten auf die Frage "Was sollen wir tun?" (Kant). Im Rahmen der Moralphilosophie bestimmt sie Form, Möglichkeit, Gültigkeitsbereich und Rechtfertigung von ethischen Normen. Durch diese Zielsetzung überschneiden sich die ethischen Fragestellungen häufig mit denen anderer Disziplinen, wie der Anthropologie, Wirtschaftswissenschaften, Politik und Soziologie. Die praktische oder angewandte Ethik beschäftigt sich mit konkreten moralischen Problemen des heutigen Menschen, beispielsweise bei medizinischen oder naturwissenschaftlichen Fragestellungen (z.B. Organspende, Sterbehilfe, Gentechnologie usw.). Kennzeichen der philosophischen Ethik ist neben dem Anspruch an Allgemeingültigkeit der von ihr postulierten Normen ihre Gründung auf der menschlichen Vernunft. Dadurch grenzt sich die philosophische Ethik von der Moraltheologie ab, die ihre Verhaltensanweisungen auf den durch die Offenbarung legitimierten Moralkodex der christlichen Kirche bestimmt. Neben der Ethik im engeren Sinn (normative Ethik) finden sich zwei weitere Typen philosophischer Ethik: Die durch die analytische Philosophie angeregte Metaethik, vertreten v.a. durch Moore, untersucht die sprachlichen Formen ethischer Begriffe und Aussagen und reflektiert so Bedingung und Funktion ethischer Aussagen. Die deskriptive Ethik verzichtet auf eigene normative Aussagen und beschränkt sich auf die Beschreibung bestehender Wertesysteme in Gesellschaft, Recht oder Geschichte.

    Geschichte

    In der abendländischen Philosophie wurden ethische Fragestellungen seit ihrem Beginn diskutiert. Während die Ethik zunächst noch im Rahmen v.a. der Ontologie und Kosmologie behandelt wurde, etablierte erst Aristoteles die Ethik als eigenständige philosophische Disziplin. In der Scholastik versuchte v.a. Thomas von Aquin die aristotelische Ethik mit der Offenbarungslehre der Theologie in Einklang zu bringen. Im 18. Jahrhundert legte Kant seiner Ethik den "kategorischen Imperativ" zugrunde, mit dem er die Autonomie des menschlichen Willens und seine Selbstverpflichtung zur ethischen Handlung betonte: "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die Du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." Der Positivist Mill vertrat das ethische Konzept des Utilitarismus, der das größtmögliche Glück für die größtmögliche Anzahl von Menschen zum Ziel erhob. Gegenwärtig erfährt die Ethik erneute Aufmerksamkeit durch Konfrontation mit den Problemen gesellschaftlicher und technischer Entwicklung, beispielsweise in der Diskussion medizinisch-ethischer Fragen wie der Verantwortbarkeit von Gentechnik oder Sterbehilfe.


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