Publius Cornelius Tacitus

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    römischer Geschichtsschreiber; * um 55 , † um 120

    Tacitus durchlief die typische höhere römische Ämterlaufbahn: Er war Quästor, Tribun, Prätor, stellvertretender Konsul unter Vespasian, Titus, Domitian und Nerva. Unter Nerva begann er die Reihe seiner historischen Werke mit "Agricola", einer Biografie des Eroberers Britanniens, der übrigens sein Schwiegervater war. 98 v.Chr. verfasste er sein heute wohl bekanntestes Werk: die "Germania". Diese Schrift gilt als früheste und zuverlässige geografische und ethnografische Beschreibung Germaniens. Die vergleichenden Bezüge in der "Germania" auf römische Zustände zeigen, dass Tacitus das Werk vor allem als kritischen Spiegel für die römische Gesellschaft geschrieben hat. Die "Historiae" entstanden nach 96. Es handelt sich um eine römische Kaisergeschichte für die Jahre 69-96, von der nur die Bände für die Jahre 69/70 erhalten sind. Die "Annales", die die Kaiser von Augustus bis Nero behandeln, entstanden um 116. Von ihnen sind nur der Zeitabschnitt Tiberius' und Stücke der Regierungszeit des Claudius und Nero erhalten.

    Tacitus schrieb als Republikaner scharf und dramatisch zeichnend, trotz seines Versprechens "sine ira et studio" (ohne Zorn und ohne Sympathie). Seine Darstellungen sind objektiv nicht immer richtig, aber im Stil gestrafft und treffend. Thema von Tacitus' Schriften ist der Niedergang Roms seit Augustus.

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