Gajus Octavianus Augustus (Kaiser)

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    römischer Kaiser; * 23. September 63 v.Chr., † 19. August 14

    (lateinisch "der Erhabene")eigentlich: Gajus Octavius; auch: Oktavian

    Einleitung

    Augustus war der erste römische Kaiser. Er stammte aus dem ehemals plebejischen Geschlecht der Oktavier.

    Der Bürgerkrieg

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    Augustus-Büste

    Gajus Octavius' Vater war zuletzt Prokonsul in Makedonien; nach dem Tode des Vaters (58 v.Chr.) wurde Gajus von Cäsar, seinem Großonkel, erzogen, später adoptiert (künftiger Name: Gajus Julius Cäsar Octavianus) und als Erbe eingesetzt; nach Cäsars Ermordung Kampf des 19-Jährigen um das Erbe gegen Konsul Marcus Antonius, der sich das Erbe anmaßte, mithilfe des Senats und der Cäsarveteranen. 43 v.Chr. Sieg über Antonius, Rückkehr mit Heer nach Rom. Gajus Octavius erzwang das Konsulat und versöhnte sich mit Antonius.

    Dreimännerherrschaft (Triumvirat) mit unbeschränkten Vollmachten: Oktavian, Antonius, Lepidus; Vernichtung der innenpolitischen Gegner und Krieg gegen Cäsarmörder (Sieg bei Philippi, 42 v.Chr.); Aufteilung der Reichsverwaltung in Ost (Antonius), West (Oktavian), Afrika (Lepidus). 36 v.Chr. Ausschaltung des Lepidus. Der im Osten gegen die Parther siegreiche Antonius erstrebte die Alleinregierung und löste die Verbindung zu Oktavian, der den Gegner bei Aktium (31 v.Chr.) niederwarf; Antonius gab sich den Tod (30 v.Chr.): Ende des Bürgerkrieges.

    Die Alleinherrschaft

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    Augustus Primaporta

    Oktavian, Alleinherrscher, häufte, den Schein der republikanischen Tradition mit der tatsächlichen Amtsgewalt der Monarchen verbindend, die wichtigsten Ämter auf sich (unter anderem Tribun mit Vetorecht gegen alle Gesetze, Zensor mit Oberaufsicht über Senat, Pontifex Maximus mit Unverletzlichkeit seiner Person). Er erhielt die Ehrentitel Augustus und Princeps. Durch neue Reichseinteilung sicherte Augustus die Zentralgewalt und sich als Prokonsul die Macht in und die Einkünfte aus 27 von 39 Provinzen, die er durch Legaten verwalten und durch Legionen sichern ließ. Wahrung des Friedens (Schließung des Janustempels, Errichtung der Ara Pacis) durch ordnende Maßnahmen in Gallien, Spanien, Asia; zum Teil mit Waffengewalt (besonders gegen die Parther).

    Vorstoß zur Donau (Provinzen Raetia und Noricum, 15 v.Chr.); um 13 v.Chr. Verlegung gallischer Legionen an den Rhein (Neuß); vier Feldzüge gegen Innergermanien bis zur Elbe (12-9 v.Chr.; Sieg der Stiefsöhne Drusus und Tiberius). 4 n.Chr. (nach dem Tod seiner Enkel) Adoption des Tiberius mit dem Recht der Nachfolge; 6 bis 9 n.Chr. illyrischer Aufstand, niedergeschlagen durch Tiberius (Provinz Pannonien); der Rückschlag in Germanien (9 n.Chr. Schlacht im Teutoburger Wald, Varus) zwang zur Zurückverlegung der Nordgrenze bis zum Rhein: Germanien blieb unromanisiert; Reichsgrenzen künftig etwa Rhein, Donau, Atlantik, Sahara, Euphrat.

    Augustus war dreimal verheiratet: mit Claudia, Scribonia und Livia. Am 19. August 14 n.Chr. starb Augustus nach 44-jähriger Regierung 75-jährig in Nola; Erhebung zum Divus durch den Senat.

    Das Augusteische Zeitalter

    Das Augusteische Zeitalter war die klassische Zeit der lateinischen Literatur (Virgil, Horaz, Tibull, Propertius, Ovid, Livius, Nepos). Unter Augustus, der Roms Machtstellung sittlich untermauern wollte (Vorbild die Römertugend), wurden Gesetze gegen Luxus und zur Familienförderung erlassen und die zum Teil verfallenen Tempel wieder hergestellt oder neue errichtet (Tempel des Cäsar, des Apoll, Mars Ultor, das Pantheon des Agrippa).

    Ausbau der Stadt (aus dem hölzernen Rom wurde das Marmor-Rom): Bebauung des Marsfeldes, des Janiculushügels, Bau des Forum Augusti, der Domus Augustana (Kaiserpalast auf dem Palatin), des Theaters des Marcellus, der Thermen des Agrippa, des Palastes der Livia auf dem Palatin, des Mausoleums des Augustus auf dem Marsfeld.

    Mehrere Volkszählungen (28 und 8 v.Chr., 13 n.Chr.) ergaben etwa 22 Millionen Gesamtbevölkerung. Das Reich wurde vermessen, das Straßensystem ausgebaut, das Postwesen organisiert.

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