Gotik

    Aus WISSEN-digital.de

    (italienisch: gotico, "barbarisch") auch: Gotischer Stil;

    Epoche der europäischen Kunst des Mittelalters, auf die Romanik folgend (12.-15. Jh.).

    Der Name beruht auf einer ursprünglich abfälligen Beurteilung dieses Stils durch Vasari als "barbarische Kunst der Goten" in Abgrenzung zur Renaissance. Die Gotik gilt als erste große, das Abendland umfassende Eigenschöpfung der Kunst nördlich der Alpen. Ihre kulturellen Grundlagen sind Scholastik und Mystik, der Geist der Kreuzzüge und das Selbstbewusstsein des Bürgertums.

    Die zeitliche Dauer der Gotik ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich.

    Bildhauerkunst

    Die Gotik erreicht eine Synthese von Architektur und Bauplastik; sie schafft Portalskulpturen in höchster Vollendung. Ausgehend von Frankreich (Chartres ab 1150, Reims), entstehen auch in Deutschland ausdrucksstarke Figuren mit reich bewegten Gewändern (Straßburg, Bamberg, Naumburg).

    In Italien knüpfen Niccolo und Giovanni Pisano im 14. Jh. an antike Vorbilder an.

    Um 1400 entsteht eine gesamteuropäische Form der Gotik, der Weiche Stil: feingliedrige Andachtsbilder mit faltenreichen Gewändern und geschwungener Linie.

    V.a. in der Spätgotik erlebt der holzgeschnitzte Flügelaltar eine Blütezeit (V. Stoß, T. Riemenschneider).

    Malerei

    Neben traditionellen Maltechniken wie Wandmalerei (Giotto in Oberitalien) und Glasmalerei tritt im 14. Jh. das Altarbild. Charakteristisch für die Gotik ist das mehrteilige Altarbild mit zarten, verklärten Figuren auf Goldgrund.

    Eine neue Blütezeit erlebt die Buchmalerei, besonders in Burgund (Stundenbuch des Duc de Berry von den Brüdern Limburg).


    Wer hat's gesagt?

    Worte von historischen Ausmaßen sind uns zwar meist zumindest vom Hören-Sagen bekannt - aber kennen Sie den Kontext?
    Jetzt quizzen!


    KALENDERBLATT - 21. Januar

    1793 Der französische König Ludwig XVI. wird hingerichtet.
    1949 Sieg der Kommunisten in China. Der chinesische Staatspräsident Tschiang Kai-schek tritt zurück.
    1963 Der deutsch-französische Vertrag zur Zusammenarbeit wird zwischen Staatspräsident de Gaulle und Bundeskanzler Adenauer unterzeichnet.