El Greco

    Aus WISSEN-digital.de

    griechisch-spanischer Maler; * um 1540 in Phodele auf Kreta, † 7. April 1614 in Toledo

    eigentlich: Dominikos Theotokopulos;

    Kurzbiografie

    Die erste Schulung erhielt El Greco auf Kreta; seine frühen Werke sind noch stark der byzantinischen Tradition verhaftet. 1565 kam er nach Venedig, wo er Schüler Tizians war. Auch Bassano und Tintoretto beeinflussten den Künstler.


    Aufenthalte in Parma und Rom (um 1570) folgten; hier kam El Greco unter den Einfluss der Renaissance, besonders Michelangelos. 1576 verließ El Greco Italien für immer und ließ sich in Spanien nieder. In Toledo führte er eine große Werkstatt und erhielt zahlreiche Aufträge für Porträts und Altarbilder. Er verkehrte mit bedeutenden Adeligen und Gelehrten. 1580 malte er für Philipp II. im Escorial, danach kehrte er nach Toledo zurück und war dort bis zu seinem Tode tätig.

    Künstlerische Leistung

    In El Grecos Kunst lässt sich eine gewisse griechisch-byzantinische Note nie ganz verleugnen, doch entwickelte er im Lauf der Jahre einen eigenen, unverkennbaren Stil, der sich nicht in die Maltradition des 16. Jh.s einordnen lässt. Besonders die zunehmende Auflösung des Pinselstrichs, die gelängten Personen und die eigenartig grelle Farbigkeit, die seinen späten Malstil kennzeichnen, nehmen künstlerische Entwicklungen vorweg, die erst ab dem 19. Jh. in den Bildern der Expressionisten auftauchen.

    In Toledo entwickelte Greco seinen eigenen Stil: Die lebensfrohe venezianische Renaissancekunst deutete er jetzt ins Visionäre und Immaterielle. Diese Vergeistigung wird erreicht durch die lang gestreckten Gestalten, die Komposition und besonders durch die Farbgebung, aus deren grauem Grundton einzelne Farben grell aufleuchten. Erster Höhepunkt ist das Bild "Begräbnis des Grafen Orgaz" (um 1586, Toledo, S. Tome). Die Epoche der reifen Meisterwerke datiert ca. 1590 bis 1600. Aus seiner Spätzeit stammen die visionären Landschaften und vergeistigten Porträts.

    Grecos Kunst gehört in ihrer Formensprache dem Zeitstil des Manierismus an, durch ihre religiöse Vertiefung und visionäre Kraft gliedert sie sich den gewaltigsten künstlerischen Aussagen der Weltkunst überhaupt an. Sein Werk umfasst religiöse Gemälde, Porträts, Städtelandschaften sowie einige plastische Werke.

    Werke (Auswahl)

    "Blindenheilung" (Parma und Dresden); "Austreibung der Händler aus dem Tempel" (London, National Gallery, und Cambridge/USA); "Auferstehung Christi" (1577/79, Toledo, S. Domingo el Antiguo); "Himmelfahrt Mariä" (zum Retablo in S. Domingo el Antiguo gehörend, 1577/79, Chicago, Art Institute); "Espolio" (Entkleidung Christi, 1579, Toledo, Kathedrale; Wiederholung in München, Alte Pinakothek); "Anbetung des Namens Jesu" ("Traum Philipps II."); "Marter des hl. Mauritius" (1580-84, Escorial); "Taufe, Kreuzigung und Auferstehung Christi" (1597-1600, Madrid, Prado); "Heilige Familie" (um 1590/98, Toledo, S. Juan Bautista); Altarwerk von Illescas: Krönung der Jungfrau, Geburt Christi, Verkündigung (1603-04, Illescas, Kirche des Hospitals La Caridad); "Kreuzigung" (um 1605, Madrid, Prado); "Auferstehung Christi" (1608-10, ebd.); "Ausgießung des Heiligen Geistes" (um 1610, ebd.); "Himmelfahrt Mariä (Toledo, S. Vicente).

    Bildnisse: "Kardinal Tavera (Toledo, Hospital de Afuera); "Kardinal Guevara" (New York, Metropolitan Museum); "Selbstbildnis" (ebd.).

    Landschaften: "Toledo im Gewittersturm" (1604-14, ebd.); "Ansichten von Toledo" (Toledo, Greco-Museum).

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