Symphonie

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(griechisch "Zusammenklang") auch: Sinfonie;

  1. Die klassische Symphonie ist ein zyklisches Instrumentalstück für Orchester in vier (seltener drei) Sätzen. Der Begriff Sinfonia/ Symphonie erstreckte sich zunächst auf Vokalmusik, so bezeichnete G. Gabrieli eine Motettensammlung als "Sacrae Symphoniae" (1597), was aber wohl bereits auf die Möglichkeit der Mitwirkung von Instrumenten hinweisen sollte (Concerto). Als Symphonie wurden auch alle instrumentalen Werke betitelt, die keine Tanzsätze enthielten (Suite) oder den Kanzonen zuzurechnen waren, also bisweilen auch Triosonaten. Mit Aufkommen der Oper und vermehrt eingefügten instrumentalen Vor- und Zwischenspielen in Vokalkompositionen (auch Ritornell genannt) entwickelten sich in der Mitte des 17. Jh.s die italienische Opernsinfonia und die französische Ouvertüre, beide mit dem Formschema: langsame, feierlich-getragene Einleitung - fugierter, rascher Hauptteil. In dieser Zeit wurden die Begriffe Symphonie und Concerto synonym verwendet. Wichtige Entwicklungsschritte waren die Festigung des chorisch besetzten Streicherensembles (in Italien: vierstimmiger, in Frankreich fünfstimmiger Instrumentalsatz), die harmonisch großflächige Gestaltung (wenige, übersichtliche Harmoniewechsel) sowie die Erweiterung der Opernsinfonia zur Dreisätzigkeit nach dem Schema schnell - langsam - schnell. Die Symphonien G.B. Sammartinis gelten um 1750 als wichtiges Bindeglied zwischen der Opernsinfonia und der klassischen Symphonie der Mannheimer Schule und der frühen Wiener Symphoniker M.G. Monn und G.C. Wagenseil (Erste Wiener Schule). Ihre Funktion wandelte sich zu dieser Zeit von der Zweckgebundenheit (Operneinleitung usw.) zur eigenständigen Gattung, zunächst noch als unterhaltende Kunst, schon bald aber auch mit der Entwicklung eines gebildeten bürgerlichen Publikums und entsprechenden Konzertgesellschaften (v.a. Paris, London) zur reinen Zuhör-Musik und zum Gegenstand intellektueller Auseinandersetzung.

Die Symphonie erhielt v.a. durch F.J. Haydn (erste Symphonien um 1757) und W.A. Mozart die klassische Form mit insgesamt vier Sätzen. Die Satzfolge lautet seit dem 18. Jh. in der Regel: schnell (meist allegro), langsam (adagio, andante), Menuett (bzw. Scherzo) und Finale (allegro oder sogar presto). Dem ersten Satz, der seit Haydn immer in der Form des Sonatenhauptsatzes gebaut ist, geht oft eine langsame Einleitung voraus (z.B. Haydn Nr. 104 D-Dur; Beethoven Nr. 4 B-Dur). Dem dritten Satz wurde Anfang des 19. Jh.s von L. van Beethoven durch Austauschen des Menuetts durch das Scherzo mehr Gewicht gegeben, und das Finale gewann im Gesamtaufbau an Bedeutung. Bei Haydn und Mozart sind vor allem erster und zweiter Satz von tragendem Gewicht, Menuett und Finale dagegen schließen die Symphonie im Sinne klassischer Ausgeglichenheit ab, haben oft den Charakter eines Divertimentos oder einer Serenade. Die Schlusssätze von Mozarts g-moll oder C-Dur Symphonie ("Jupiter") nehmen extreme Standpunkte innerhalb des klassischen Ideals ein, bewahren aber ihren Ausdruck im rein Musikalischen. Beethoven dagegen zielt zunehmend auf außermusikalische Wirkungsebenen ab. Der Schritt, im vierten Satz der "Neunten" Schillers "Ode an die Freude" von Gesangssolisten und Chor singen zu lassen, wurde von R. Wagner als Ausgangspunkt auf dem Weg zum Musikdrama verstanden, das somit die Symphonie vollständig ablösen müsse.

Symphoniker der Romantik waren F. Schubert, R. Schumann, F. Mendelssohn Bartholdy, J. Brahms, A. Dvorák und A. Bruckner. Aus der Symphonie als zentraler Gattung der absoluten Musik entwickelte sich mit Berlioz, Liszt und R. Strauss die Symphonische Dichtung, die auf verschiedene Weise symphonische Formen wie die Sonatenhauptsatzform unter anderem mit der musikalischen Darstellung poetischer oder anderer Inhalte zu verbinden suchen. An der Schwelle zur Moderne schuf G. Mahler seine Symphonien, deren Blick kritisch auf die eigene Form gerichtet ist. Im 20. Jh. bereicherten unter anderem D. Schostakowitsch, S. Prokofjew (unter anderem "Symphonie classique"), I. Strawinsky ("Psalmensymphonie"), L. Janácek (Sinfonietta, 1926), A. Honegger, K. Szymanowski, K.A. Hartmann, O. Messiaen ("Turangalîla"-Symphonie, 1948) und H.W. Henze die Gattung.

  1. in der griechischen Antike und im Mittelalter: das Zusammenklingen der konsonanten Intervalle Oktave, Quinte und Quarte.


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Der Papst

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