Johannes Brahms

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deutscher Komponist; * 7. Mai 1833 in Hamburg, † 3. April 1897 in Wien

Johannes Brahms

Brahms erhielt seine musikalische Ausbildung zunächst bei seinem Vater sowie bei E. Marxsen. Ersten Erfolgen als Konzertpianist folgte ab 1860 die verstärkte Hinwendung zur Komposition. Schon 1857 war Johannes Brahms vorübergehend Hofpianist und Chorleiter in Detmold, übersiedelte 1863 nach Wien und lebte dort als freier Komponist. Die einzigen Stellungen, die er dort bekleidete, waren die des Dirigenten der Singakademie (1863-64) und des Chordirigenten der Gesellschaft der Musikfreunde (1872-75). Der Durchbruch als Komponist gelang ihm 1868 mit dem "Deutschen Requiem". Brahms wurde später selbst Förderer jüngerer Komponisten, wie beispielsweise von A. Dvorák. Auch mit J. Strauß war Brahms befreundet. 1896 starb Clara Schumann, wenige Monate später auch Johannes Brahms am 3. April 1897, knapp 64 Jahre alt.

Johannes Brahms vereinte die Kräfte der Klassik und der Romantik; seine instrumentalen Orchesterwerke, seine Kammermusik und seine Lieder machen ihn zum herausragenden Komponisten des späten 19. Jahrhunderts. Ohne sich im Parteienstreit zu engagieren, galt er als Leitfigur der Konservativen gegen die so genannten Neudeutschen. Während sich Brahms in seinen Kompositionen auf die Musik der Wiener Klassik bezogen hatte und in ihrem Formenkanon neue Wege suchte (vgl. die vier Symphonien, Variationen, Kammermusik), grenzte er sich bewusst gegen die Fortschrittsgläubigkeit und den Einfluss außermusikalischer Thematik in der Formenbildung (Musikdrama/Oper, Symphonische Dichtung) ab, was ihn automatisch in eine Oppositionsstellung zu R. Wagner brachte. Dem entsprechend schuf Brahms auch keine Beiträge zu diesen Gattungen. Brahms Werke suchen die Verbindung von gesteigerter Kunstfertigkeit mit Verinnerlichung und Tiefe der Empfindung. Dramatische Passagen in seinen Werken geraten nie zur inhaltslosen Theatralik.

"Ausgewählte Lieder von Johannes Brahms", Berlin 1889

Im Alter galt er neben R. Wagner als einer der größten Komponisten seiner Zeit. Ein Briefwechsel zwischen den beiden Komponisten zeigt die intensive kritische Auseinandersetzung beider mit dem musikalischen Werk des anderen. Stark beeinflusst wurde Brahms' Leben und Werk von der tiefen Zuneigung zu C. Schumann, der Frau des Komponisten R. Schumann. Schumann war von der Musik des 20-jährigen Brahms tief beeindruckt und empfahl sie überall zur Veröffentlichung. Er schrieb in einer bedeutenden Musikzeitschrift einen Artikel über den jungen Komponisten, der großes öffentliches Interesse erweckte und Brahms in seinem Schaffen bestätigte.

Werke: 4 Symphonien, 2 Orchesterserenaden, "Haydn-Variationen" für Orchester, 2 Konzertouvertüren, 2 Klavierkonzerte, 1 Violinkonzert, Doppelkonzert für Violine und Violoncello, 2 Streichsextette, 2 Streichquintette, 3 Streichquartette, Kammermusik mit Klavier und mit Bläsern, Klavier und Orgelwerke, "Ein deutsches Requiem", Chöre und Lieder u.a.


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