Ludwig van Beethoven

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    deutscher Komponist; * 17. Dezember 1770 in Bonn, † 26. März 1827 in Wien

    Ludwig van Beethoven, Gemälde von Joseph Karl Stieler

    Ludwig van Beethoven stammte aus einer im Dienst des Kölner Kurfürsten stehenden Musikerfamilie; sein Großvater war Kapellmeister, sein Vater Sänger am Bonner Hof. Bereits 1774 begann die musikalische Ausbildung durch den Vater. Sein erstes öffentliches Konzert gab Beethoven 1778 in Köln, die ersten Kompositionen wurden 1782/83 gedruckt. 1784 erhielt er bei Hof eine Anstellung als Organist, seit 1789 wirkte er als Bratschist am Theater. 1787 reiste Beethoven zum ersten Mal nach Wien und 1792 übersiedelte er endgültig dorthin und setzte seine Kompositionsstudien bei J. Haydn fort.


    Erst 1795 trat er als Pianist und Komponist vor die Öffentlichkeit. Bis 1796 reichen erste Anzeichen eines Gehörleidens zurück, das Beethoven neben anderen Krankheiten zunehmend belastete und 1819 zu fast völliger Taubheit führte. Seine Konzerttätigkeit als Pianist endete 1814, er widmete sich ausschließlich dem Komponieren. 1805 fand die erste Aufführung der Dritten Symphonie, der "Eroica" (Es-Dur) statt, im selben Jahr die Uraufführung der Erstfassung des "Fidelio", 1806 die der zweiten, 1814 die der dritten Fassung. 1808 wurden die Fünfte (c-moll) und Sechste Symphonie (die "Pastorale", F-Dur), 1813 die Siebte Symphonie (A-Dur) uraufgeführt. 1808 lehnte er eine Berufung durch den König von Westfalen nach Kassel ab. Ein äußerer Höhepunkt in Beethovens Laufbahn als Künstler war das Konzert vom 29. November 1814 während des Wiener Kongresses vor einem Parkett europäischer Herrscher und Diplomaten. Am 7. Mai 1824 fand die erste Aufführung der Neunten Symphonie (d-moll) und von Teilen der "Missa solemnis" (D-Dur) statt.

    Totenmaske Beethoven

    Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Beethoven sehr zurückgezogen. Er komponierte seine späten Streichquartette und Klaviersonaten, bis er nach schwerer Krankheit (Leberzirrhose) starb.

    Als Komponist überwand Beethoven als Erster den Übergang eines von Adel und Kirche getragenen Musikbetriebes mit angestellten Komponisten, hin zu einer Existenz als freischaffender Künstler, der vorwiegend für ein bürgerliches Publikum arbeitet. Dabei erfährt der Werkbegriff eine völlig neue Prägung. Beethovens "Fidelio" wurde - anders als etwa die Opern von G.F. Händel - nicht immer wieder bearbeitet, um ihn neuen Aufführungsbedingungen anzupassen, sondern um eine endgültige Fassung zu erstellen, die dann als allein gültige bestehen sollte.

    Werke: 9 Symphonien, Ouvertüren, Ballette, Schauspielmusiken, Tänze, Märsche, 5 Klavierkonzerte, Violinkonzert, 2 Romanzen für Violine und Orchester, Tripelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester, Streichquintett, 16 Streichquartette, 4 Streichtrios, 6 Klaviertrios, 10 Violinsonaten, 32 Klaviersonaten, Diabelli-Variationen für Klavier, 2 Messen (Missa solemnis, Messe C-Dur), "Christus am Oelberge" (Oratorium), "Fidelio" (Oper), Fantasie für Klavier und Orchester mit Chor, 91 Klavierlieder u.a.



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