Manierismus
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Der Manierismus bezeichnet seit Ende des 18. Jahrhunderts den Übergang von der Renaissance zum Barock in der Malerei, der Musik, der Literatur, der Plastik, sowie der Baukunst.
Neben dem kunstgeschichtlichen Begriff, wird Manierismus auch universell verwendet. "Manieriert" bezeichnet dann etwas, das als künstlich oder pathetisch empfunden wird.
Inhaltsverzeichnis |
Merkmale und zeitliche Einordnung
Mit dem Tod Raffaels 1520 endet die Hochrenaissance in Italien und es bildet sich der sogenannte Manierismus heraus. Italienische Kunstwerke, die ab diesem Zeitpunkt bis zur Jahrhundertwende entstanden, werden als manieristisch bezeichnet. Sowohl in Frankreich, Flandern, Niederlanden und Deutschland setzte der Manierismus erst Mitte des 16. Jahrhunderts ein und hielt bis 1610 an.
Ausgehend von der Hochrenaissance, werden deren Stilelemente aufgegriffen und z.T. völlig verwandelt. Die historischen und sozialen Ursachen liegen in den religiösen und politischen Spannungen und Umbrüchen der Zeit begründet (Gegenreformation), im Wandel des Weltbildes, in der Kritik am Klassizismus und am antikisierenden, harmonisierenden Stil der Hochrenaissance. An die Stelle idealer Schönheit und Harmonie trat die Neigung zur Überdrehung und Überlängung der Figur, zu komplizierter Raum- und heftiger Farbgestaltung, zu besonderen Lichteffekten und zu ausgefallenem, fantastischem Sujet. Die Betonung künstlerischen Könnens stand häufig im Vordergrund.
Architektur
In der Architektur ist der manieristische Stil durch komplizierte Gruppierungen, dekorative (oft symbolisch und allegorisch unterlegte) Elemente, durch dissonante Verknüpfung verschiedener Formelemente und durch z.T. überwuchernde Ornamentik charakterisiert, während die grundlegenden Renaissance-Bauelemente beibehalten werden.
Ausgangspunkt manieristischer Architektur in Italien war der späte Michelangelo. An ihn knüpften unter anderem G. Romano, G. Vasari, B. Ammanati und B. Buontalenti an.
In Frankreich zählen P. Lescot (französische Klassizität) und P. Delorme zu den bedeutendsten Baumeistern des Manierismus. Einen eigenen Stil entwickelten die Niederlande mit dem Floris-Stil, meisterhaft umgesetzt am Antwerpener Rathaus.
Bildhauerei
Die Bildhauerei des Manierismus ist eine ausdrucksstarke, naturalistische, zugleich aber auch sehr artifizielle, bewegte Plastik, die auf Rundumsicht gearbeitet ist. Zahlreiche kleinformatige Bronzebildwerke für die Sammlungen der europäischen Fürsten entstanden, aber auch Reiterstandbilder und Brunnenanlagen.
Die meisten Künstler arbeiteten in Italien: B. Ammanati, G. da Bologna, der ursprünglich aus Douai stammte, A. de Vries aus Den Haag, B. Cellini, V. Danti, A. Vittoria, V. de Rossi, B. Bandinelli. Auch die im Norden tätigen Künstler waren an Italien orientiert, ihre Werke zeigen aber neben manieristischen Zügen auch Elemente der Spätgotik bzw. sind dem Frühbarock zuzuordnen: B. Goujon, G. Pilon, J. Zürn.
Malerei
Der manieristische Stil ist in der Malerei am deutlichsten ausgeprägt. Bildstruktur und Raum werden gegenüber der Hochrenaissance tief greifend verändert: Asymmetrie, jähe Perspektiven, Verformung des Naturvorbildes, komplizierte Figurenkonstellationen in konkaven Räumen sind für den Manierismus charakteristisch. Die Figuren sind oft gelängt, mit kleinen Köpfen. Die Farben sind unruhig und zeigen starke Hell-Dunkel-Variationen.
Sakrale Themen werden profanisiert oder ekstatisch erhöht.
Hauptvertreter des Manierismus in Italien sind Bronzino, J. Pontormo, Parmigianino und G. Vasari. Einen ganz eigenen, charakteristischen Stil bildete der Spanier El Greco aus.
Die Maler nördlich der Alpen lassen sich nur bedingt dem Manierismus zuordnen; manieristische Stilmerkmale finden sich allerdings bei vielen Malern des 16. Jh.s.
In Frankreich arbeitete F. Clouet, in den Niederlanden, C. Cornelisz und P. Bruegel der Ältere, in Deutschland sind B. Spranger, H. von Aachen, J. Rottenhammer und J. Heintz zu nennen.
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