Hamid Karzai

    Aus WISSEN-digital.de

    afghanischer Politiker; * 24. Dezember 1957 bei Kandahar

    auch: Hamid Karsai;

    Karzai stammt aus einer sehr einflussreichen Familie des paschtunischen Popalzai-Clans. Sein Vater und Großvater hatten führende Posten in der Regierung König Sahir Schahs inne. Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1978 emigrierte die Familie nach Pakistan; Karzai studierte in Pakistan, Indien und in den USA Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Nach seiner Auswanderung in die Vereinigten Staaten baute er dort erfolgreich eine Restaurantkette auf.

    Karzai unterstützte die Mudschaheddin bei ihrem Kampf gegen die sowjetische Besatzung (vergleiche Afghanistan Geschichte); dabei fungierte er als Mittelsmann zu den USA, organisierte Waffen und beteiligte sich an der Finanzierung. Nach dem Abzug der Sowjetarmee und dem Sturz der Regierung Najibulla war Karzai 1992 bis 1994 stellvertretender Außenminister der Regierung Rabbani. Ab 1994 näherte er sich den Taliban an, die ihm schließlich den Posten eines Botschafters bei den Vereinten Nationen anboten. Die Beziehung zu den Taliban kühlte sich jedoch schnell wieder ab; Karzai schlug das Angebot aus und ging nach Pakistan. Nachdem sein Vater 1999 im Norden Pakistans, mutmaßlich von den Taliban, ermordet worden war, übernahm Karzai die Führung des Clans der Popolzai, der schätzungsweise über 500 000 Angehörige verfügt.

    Karzai schien die USA früh vor den Taliban und insbesondere vor Osama Bin Laden gewarnt zu haben. Mit Beginn der amerikanischen Militäraktion gegen die Taliban in Folge der Anschläge vom 11. September kehrte er in seine Heimat zurück und führte die Kämpfe gegen die Taliban in der Region Kandahar an. Selbst noch in Kampfhandlungen verwickelt, wurde Karzai Anfang Dezember 2001 auf der Afghanistan-Konferenz bei Bonn als Chef einer afghanischen Übergangsregierung nominiert. Schließlich wählte ihn die afghanische Ratsversammlung Loya Jirga im Juni 2002 zum Staatspräsidenten der Übergangsregierung. Im Oktober 2004 wurde Karzai bei den ersten freien Wahlen in Afghanistan zum Präsidenten gewählt; zwei Monate später wurde er vereidigt. Für die zentrale Rolle Karzais gibt es verschiedene Gründe: Zum einen gehört er der paschtunischen Bevölkerungsgruppe, die die Mehrheit der Afghanen stellt, an. Wegen seines Beteiligung im Kampf gegen die sowjetische Besatzung genießt er die Unterstützung der verschiedensten afghanischen Gruppen; auf Grund seines Einsatzes gegen die Taliban und ehemaliges Mitglied der Nordallianz wird er von den USA unterstützt. 2009 wurde Karzai für eine zweite Amtszeit vereidigt.

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