Friedrich I. Barbarossa (Hl. Römisches Reich)

    Aus WISSEN-digital.de

    deutscher Kaiser; * 1122 bei Waiblingen, † 10. Juni 1190 im Fluss Saleph, Kleinasien

    alias: Kaiser Rotbart;

    Der Herrscher aus dem Hause der Hohenstaufen gilt neben Karl dem Großen als die Idealgestalt abendländischen Herrschertums im Mittelalter (Kyffhäusersage).


    Friedrich Barbarossa war der einzige Sohn des Stauferherzogs Friedrichs II. von Schwaben und Judiths, der Tochter des Welfenherzogs Heinrichs des Schwarzen von Bayern. Er wurde 1147, nach dem Tod seines Vaters, Herzog von Schwaben. Um 1147 heiratete Friedrich Adelheid, die Tochter des Markgrafen Diepold III. von Vohburg. Am 5. März 1152 wurde er in Frankfurt zum König (Rex Romanorum) gewählt und am 9. März in Aachen gekrönt.

    Die Kaiserkrönung erfolgte am 18. Juni 1155 in Rom durch Papst Hadrian IV. Im Jahr 1153 ließ sich Friedrich I. Barbarossa von seiner Frau Adelheid scheiden - der Papst gab die Einwilligung - und heiratete in zweiter Ehe 1156 Beatrix, die Tochter des Grafen Rainald III. von Burgund, wodurch ihm später dessen Erbe zufiel. Beatrix starb 1184.

    Friedrich sah die Zukunft seines Reiches außerhalb Deutschlands. Um seine Kaiseridee zu verwirklichen, musste er sich Italien zuwenden.

    Friedrich betrieb eine kraftvolle Politik der "Ehre des Reiches" (Honor imperii) und stieß bei dem Versuch, die alten Reichsregalien zu erneuern, auf den zähen Widerstand der reichen oberitalienischen Stadtrepubliken, die sich zum Lombardischen Bund zusammenschlossen. Sie konnten dabei mit der Unterstützung des Papstes rechnen, der die weltliche Oberherrschaft beanspruchte und Friedrich I. mit dem Kirchenbann belegte. Nach wechselvollen Kämpfen (1162 Zerstörung Mailands; 1176 Niederlage von Legnano) musste Friedrich I. mit dem Papst (1177 in Venedig) und den Lombarden (1183 in Konstanz) einen Vergleich eingehen.

    Der tragische Konflikt mit seinem Vetter Heinrich dem Löwen, der Friedrich I. die Lehensgefolgschaft verweigert hatte, endete 1180/81 mit der Absetzung des Welfen und der Zerschlagung seiner Hausmacht. Dies hatte unter anderem den Zusammenbruch des deutschen Kolonisationswerkes Heinrichs im Osten zur Folge und wurde später der Hauptvorwurf der kleindeutschen Geschichtsschreibung gegen Friedrichs I. Italienpolitik.

    1186 festigte Friedrich I. die kaiserliche Macht durch die Vermählung seines Sohnes Heinrich VI. mit Konstanze, der Erbin Siziliens.

    1188 nahm Friedrich Barbarossa auf dem so genannten Hoftag Jesu Christi in Mainz das Kreuz und stellte sich an die Spitze der Christenheit zur Eroberung des Heiligen Grabes.

    Während des Dritten Kreuzzugs ertrank Friedrich I. im kleinasiatischen Fluss Saleph.


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