Brutpflege

    Aus WISSEN-digital.de

    auch: Neomelie;

    Die Brutpflege ist eine weitverbreitete Verhaltensweise der weiblichen, weniger der männlichen Elterntiere (selten der Männchen allein wie bei Stichlingen, Geburtshelferkröten und Seepferdchen) im Tierreich, die der Aufzucht, der Pflege und der Bewachung der Jungtiere dient. Hierunter fallen nicht nur die Versorgung mit Wasser, Nahrung und Wärme, sondern auch Tarnung, Verteidigung, Schattenspenden, Reinigen, Transport, Führung und Vermittlung von Verhaltensweisen. Die Elterntiere sind auch Fluchtziel und Quelle der Beruhigung. Auch bei staatenbildenden Insekten, wie Bienen und Ameisen, wird umfangreiche Brutpflege getrieben.

    Allgemein wird die Brutpflege"bereitschaft" durch hormonelle Umstellung ausgelöst. Bei Säugetieren und vielen Vögeln ist die Brutpflege mit einer innigen Bindung zu den Jungtieren verbunden (Prägung). Ein bekanntes Beispiel ist die Entdeckung des Verhaltensforschers Konrad Lorenz (1903-89), dem die geschlüpften Gänse hinterherliefen, weil sie ihn nach der Geburt als Erstes gesehen und so als Muttertier akzeptiert hatten. Das gegenseitige Kennenlernen setzt kognitive Leistungen voraus, die nicht jedes Tier erbringen kann. Zahlreiche Säugetiere müssen sofort nach der Geburt des Jungen Kontakt mit ihm aufnehmen, sonst erlischt umgehend die Bereitschaft zur Brutpflege. So kommt es auch immer wieder vor, dass Tiere ihre Jungen verstoßen. Der Verhaltensforscher I. Eibl-Eibesfeld (geboren 1928) erkannte 1970, dass die Brutpflege ein wichtiger evolutionsbiologischer Schritt war, da dadurch (soziale) Bindungen entstanden, die das Sozialverhalten nachhaltig beeinflussten und beeinflussen. Brutpflege ist zudem abhängig von ökologischen Faktoren. So kann das Fehlen von Nahrung oder eine ausbrechende Trockenheit zur Aufgabe der Brut führen.

    Werden viele Jungtiere generiert (z.B. Schildkröte, Muschel) und keine Brutpflege betrieben, wird das als r-Strategie bezeichnet. Werden nur wenige Jungtiere gezeugt bzw. nur wenige Eier bebrütet und die Jungen mit einem hohen Grad an Brutpflege groß gezogen, spricht man von K-Strategie.



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