William (Bill) Jefferson Clinton

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    amerikanischer Politiker; * 19. August 1946 in Hope, Arkansas; eigentlich: William Jefferson Blythe;

    1979-1981 und 1983-1993 Gouverneur von Arkansas, 1993-2001 42. Präsident der USA.

    Bill Blythes Vater starb wenige Monate vor der Geburt seines Sohnes. Die ersten Jahre seines Lebens verbrachte der Junge bei den Großeltern in Hope, bevor seine Mutter wieder heiratete und mit ihrem Sohn und ihrem neuen Mann, dem Autoverkäufer Roger Clinton, 1953 nach Hot Springs, Arkansas, zog. 1956 wurde Bills Halbbruder Roger jun. geboren. Nach Abschluss der Schule studierte Bill Clinton Internationale Beziehungen, zunächst an der Georgetown University in Washington, von 1968 bis 1970 an der Universität Oxford und von 1970 bis 1973 Jura an der Yale University. Schon während seines Studiums arbeitete der Demokrat für den Senator von Arkansas, William Fulbright, und für George McGovern, den demokratischen Kandidaten für das Amt des Gouverneurs von Texas 1972. In Yale lernte der Baptist Clinton auch seine spätere Frau Hillary Rodham kennen, die er 1975 heiratete und mit der er eine Tochter, Chelsea (geboren 1980), hat.

    Nach Beendigung seines Studiums 1973 arbeitete Clinton kurze Zeit für den Justizausschuss des Repräsentantenhauses, dann bis 1976 an der juristischen Fakultät der University of Arkansas. Er bewarb sich 1974 als demokratischer Kongressabgeordneter, unterlag aber seinem republikanischen Gegner J. P. Hammerschmidt. 1976 wurde er Justizminister von Arkansas. 1979 wurde Clinton in Arkansas jüngster Gouverneur der USA, er verlor sein Amt jedoch schon nach zwei Jahren - unter anderem auf Grund unpopulärer Steuererhöhungen -an seinen republikanischen Gegenkandidaten Frank White. Clinton arbeitete daraufhin als Anwalt, bevor er im November 1982 wieder gewählt wurde. Zu seinen Hauptanliegen als Gouverneur gehörten die Verbesserung der Bildungschancen, die Gleichstellung von Frauen und Minderheiten sowie das Wirtschaftswachstum.

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    Clinton am Pointe du Hoc, Frankreich 1994

    Im Herbst 1991 bewarb sich Bill Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten und konnte sich im folgenden Jahr bei den "Primaries" (Vorwahlen des Kandidaten innerhalb der Parteien) gegen seine Mitbewerber durchsetzen. Trotz Anschuldigungen, er habe außereheliche Beziehungen gehabt und sich vor dem Einsatz in Vietnam gedrückt, konnte er den amtierenden Präsidenten George Bush und den unabhängigen Kandidaten Ross Perot hinter sich lassen und wurde am 3. November 1992 zum 42. Präsidenten der USA gewählt (Vizepräsident Al Gore). Zu den wichtigsten Zielen seiner Präsidentschaft zählte er die Konsolidierung des Staatshaushaltes sowie die Reform des Bildungs- und Gesundheitswesens. Clinton gelang es, die Wirtschaft zu beleben, die Arbeitslosigkeit zu reduzieren und erzielte Erfolge bei der Schusswaffenkontrolle und Verbrechensbekämpfung. Eines seiner wichtigsten Vorhaben, die Reform des Gesundheitswesens, mit der er eine Kommission unter Vorsitz seiner Frau Hillary Rodham Clinton beauftragte, scheiterte jedoch am Widerstand der Republikaner, die im November 1994 die Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses erlangten.

    Außenpolitisch engagierte sich Clinton unter anderem im Nahostkonflikt, erreichte 1995 den Abschluss des Dayton-Abkommens für den Frieden in Bosnien-Herzegowina und vermittelte in Nordirland zwischen der britischen Regierung und der IRA-nahen Sin-Fein-Partei. Unter seiner Führung erzielten die USA 1994 eine Einstellung des Atomprogramms in Nordkorea und nahmen 1995 die diplomatischen Beziehungen zu Vietnam wieder auf. Durch die geplante NATO-Osterweiterung verschlechterten sich jedoch die Beziehungen zu Russland.

    1995 kam es im Zuge von Ermittlungen wegen illegaler Immobiliengeschäfte der Kanzlei Hillary Clintons in der so genannten "Whitewater-Affäre" zur Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Auch Vorwürfe gegen Clinton wegen sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen wurden bekannt. Trotz dieser Skandale und obwohl die Demokraten während seiner Amtszeit die Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus verloren hatten, wurde er wieder Präsidentschaftskandidat der Demokraten und am 5. November 1996 gegen den Republikaner Robert Dole und den unabhängigen Ross Perot mit fast 50 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

    Innenpolitisch setzte Clinton seinen Kurs der Haushaltskonsolidierung und Konjunkturförderung fort. Wegen der Gerüchte um seine Affären geriet der Präsident jedoch zunehmend unter Druck. Eine erste Klage wegen seiner sexuellen Verfehlungen wurde im April 1998 abgewiesen, im August musste er jedoch zugeben, eine Beziehung zu der White-House-Praktikantin Monica Lewinsky gehabt zu haben. Im Oktober 1998 beschloss das Repräsentantenhaus, Voruntersuchungen zu einem Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) wegen des Verdachts des Meineids und des Verdachts der Behinderung der Justiz im Zusammenhang mit seinen Aussagen im Lewinsky-Skandal einzuleiten. Im Februar 1999 wurde das Verfahren schließlich im Senat, der unter Vorsitz des obersten Bundesrichters über eine Amtsenthebung entscheidet, in allen Anklagepunkten niedergeschlagen.

    Außenpolitisch war die zweite Präsidentschaft geprägt vom militärischen Eingreifen der USA. Zunächst verschärfte sich die Auseinandersetzung mit dem Irak. Im Dezember 1998 entschlossen sich Großbritannien und die USA wegen der Behinderung der UN-Rüstungskontrollen zur Operation "Wüstenfuchs". Nach nur vier Tagen wurden die Luftangriffe auf Bagdad jedoch ohne Ergebnisse eingestellt. Clinton musste sich Vorwürfe gefallen lassen, dass er mit dem Luftkrieg nur vom Impeachment-Verfahren ablenken wollte.

    In der Kosovo-Krise plädierte Clinton schon früh für eine NATO-Intervention und Luftangriffe gegen den serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic, um eine "ethnische Säuberung" der mehrheitlich albanischen Bevölkerung der jugoslawischen Provinz zu verhindern. Als mehrere Vermittlungsversuche der UNO scheiterten, konnte er seine Position durchsetzen und die NATO begann am 24. März 1999 mit einem drei Monate dauernden Luftkrieg gegen Jugoslawien, der schließlich zu Verhandlungen und im Juni 1999 zum Einmarsch der UN-Friedenstruppen im Kosovo führte. Im Juni 2000 wurde Clinton in Aachen für seine Verdienste um Europa mit dem internationalen Karlspreis ausgezeichnet.

    Zu einem weiteren außenpolitischen Hauptanliegen Clintons während seiner zweiten Amtszeit gehörte die Vermittlung im Nahost-Konflikt. Nach den Erfolgen der Oslo-Abkommen 1993 und 1994 und der Wiederbelebung des Friedensprozesses durch das Wye-Abkommen im Oktober 1998 eskalierte der Konflikt gegen Ende seiner Amtszeit jedoch wieder.

    Nach Ende seiner Amtszeit geriet Clinton auf Grund von Vorwürfen der Bestechlichkeit während seiner Präsidentschaft unter Beschuss. Im März 2002 wurde er im Abschlussbericht zur Whitewater-Affäre entlastet.

    Autobiografie: "Mein Leben" (2004).

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