Saudi-Arabien

    Aus WISSEN-digital.de


    Geografie

    Das Königreich Saudi-Arabien nimmt den Großteil der Arabischen Halbinsel ein und grenzt im Norden an Jordanien, den Irak und Kuwait, im Osten an den Persischen Golf, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate, im Süden an den Oman und den Jemen, im Westen an das Rote Meer. Zum insgesamt 2 240 000 km² umfassenden Staatsgebiet (das Land ist etwa viermal so groß wie Frankreich) gehören zahlreiche Inseln im Persischen Golf und im Roten Meer (z.B. Farasan-Inseln).

    Der Großteil Saudi-Arabiens besteht aus Sand- und Steinwüsten. Im Süden und Südosten liegt die Arabische Wüste (Rub al Khali), die mit einer Fläche von rund 700 000 km² ein Drittel des Landes einnimmt. Im Norden liegt die Nefud-Wüste (An Nafud), ca. 60 000 km² groß und hauptsächlich aus rotem Sand bestehend. Die Wüste Ad Dahna im Osten des Landes verbindet die Nefud-Wüste und die Arabische Wüste, hier lag die so genannte Neutrale Zone, ein erdölreiches Gebiet, das bis 1966 Kuwait und Saudi-Arabien zusammen gehörte und auch heute noch von beiden Staaten ausgebeutet wird. Im Westen von Saudi-Arabien liegen zwei große Gebirgssysteme, Hedschas (Hijaz) im Norden und - daran anschließend - Asir, die parallel zur Küste des Roten Meeres verlaufen. Im Asir liegt die höchste Erhebung des Landes, der Jabal Sawda mit 3 133 m. Zum Roten Meer hin fällt das Land steil ab bis zu einer Küstenebene, die zwischen 20 und 50 km breit ist. Das zentrale Hochland (Nejd), das auf etwa 1 000 m liegt, ist durch tiefe Täler (Wadis) gegliedert und fällt in ausgeprägten Stufen nach Osten hin zum Persischen Golf ab. Die Hauptstadt Riad (Al Riyad) liegt im Zentrum der Arabischen Halbinsel.

    Klima

    Das Klima ist im Landesinneren wüstenhaft trocken und in den Küstengebieten feuchtheiß. In der Hauptstadt Riad werden im Januar Mittelwerte von 15 °C gemessen, im Juli 34 °C. Die Niederschlagsmengen sind sehr gering und steigen nicht über 100 mm im Jahresdurchschnitt.

    In Djidda (Jiddah) an der Küste des Roten Meeres betragen die Durchschnittstemperaturen im Januar 24 °C, im Juli 32 °C. Auch hier sind die Niederschlagsmengen gering (um die 100 mm), dennoch herrscht hohe Luftfeuchtigkeit. An den Westhängen des Asirgebirges werden teilweise bis zu 600 mm Niederschläge gemessen.

    Flora und Fauna

    Weite Teile des Landes sind fast ohne Vegetation: Während es in der Arabischen Wüste und Teilen der Nefud-Wüste kein Pflanzenwachstum gibt, finden sich im zentralen Hochland und an den Küstengebieten Dorn- und Hartsträucher sowie Steppengräser. Waldbestände gibt es nur in den westlichen Küstengebirgen (Asir), hier wachsen Steineichen und Zedern. Eine Ausnahme bilden die Oasen, die meist im Ostteil Saudi-Arabiens liegen: Inmitten trockener Gebiete fördern Quellen Grundwasser zu Tage. Viele der Oasen werden intensiv bewirtschaftet (Gemüse, Obstbäume, Dattelpalmen).

    Die menschenleeren Wüsten und Halbwüsten in Saudi-Arabien bilden ideale Rückzugsgebiete für viele Tierarten, die an anderen Orten der Erde bereits ausgestorben sind bzw. nur noch sehr selten vorkommen. Hier leben z.B. Wüstenwaran, Falb- und Sandkatze, Karakal, Weiße Oryxantilope und Nubischer Steinbock. Außerdem leben Wölfe, Schakale, Füchse, Strauße, Leoparden und Wildschafe im Land. An den Küsten findet sich eine artenreiche Vogelwelt (u.a. Pelikane, Flamingos, Sokotra-Kormoran).

    Bevölkerung

    Die Bevölkerung Saudi-Arabiens umfasst knappe 26,42 Millionen Menschen, von denen über 5,5 Millionen nicht saudiarabischer Abstammung sind. Die größten Minderheiten kommen aus dem Jemen (9,5 % der Gesamtbevölkerung), Bahrain, Ägypten, Jordanien, Pakistan, Syrien, Indien und Kuwait. Darüber hinaus leben etwa 100 000 palästinensische Flüchtlinge in Saudi-Arabien. Der Islam ist Staatsreligion, 99 % der Einwohner sind Moslems sunnitischer Ausprägung (Wahabiten). Unter den ausländischen Arbeitern finden sich kleinere Gruppen an Hindus und Christen. Das islamische Recht, die Scharia, ist Grundlage für das gesamte Rechtswesen des Staates. Die Landessprache ist Arabisch, Englisch wird als Handelssprache verwendet.

    Die Mehrheit der Saudi-Arabier (über 80 %) lebt in den Städten der Küstenregionen oder Oasenstädten im Zentrum des Landes, große Teile des Staates sind nicht oder nur zeitweise bewohnt (Nomaden). Größte Stadt ist die Hauptstadt Riad mit 4,55 Millionen Einwohnern im Stadtgebiet, gefolgt von Djidda (3,19 Millionen). Im Westen des Landes liegen die Städte Mekka (Makkah) und Medina (Al Madinah), Geburts- und Grabstätte des Propheten Mohammed und die zwei bedeutendsten heiligen Stätten des Islam. Nicht-Moslems dürfen beide Städte nicht betreten.

    Der Lebensstandard ist in städtischen Gebieten sehr hoch, in ländlichen Gegenden dagegen teilweise niedrig. Die Lebenserwartung beträgt gut 75 Jahre, das Bevölkerungswachstum trotz einer Abwanderungstendenz 2,3 %. Die Alphabetisierungsquote wird mit 79 % angegeben.

    Politisches System

    Saudi-Arabien ist ein Königreich, Staatsoberhaupt ist der König (seit 2005 König Abdullah Ibn Abdel-Aziz). Der Koran und die Scharia stellen die Grundlage der Staats- und Rechtsordnung dar. Die gesamte politische und militärische Macht liegt in den Händen des Königshauses, wichtige Posten wie der des Außen- und Verteidigungsministers oder der Provinzgouverneure sind mit Brüdern bzw. Halbbrüdern des Königs besetzt.

    Auch die Gesetzgebung liegt in Händen des Königshauses; die Madschlis Asshura, eine Versammlung von 150 Mitgliedern, die vom König für vier Jahre ernannt werden (seit 1992), hat eine rein beratende Funktion. Diese "Beratende Versammlung", die sich überwiegend aus Fachleuten, Wissenschaftlern und Technokraten zusammensetzt, hat ein Mitspracherecht bei der Leitung der Staatsgeschäfte und ein so genanntes Fragerecht.

    Politische Parteien und Gewerkschaften sind in Saudi-Arabien nicht zugelassen, es herrscht weitgehendes Versammlungsverbot, die Meinungs- und Pressefreiheit sind eingeschränkt. Das öffentliche Leben ist streng kontrolliert, nicht islamische Religionsausübung wird unter Strafe verfolgt.

    Saudi-Arabien ist in 13 Provinzen (mintaqat) untergliedert.

    Wirtschaft

    Aufgrund seiner riesigen Erdölvorkommen, die seit 1938 gefördert und seit 1944 exportiert werden, ist Saudi-Arabien eines der reichsten Länder der Welt und der größte Erdölproduzent weltweit. Ein Viertel der weltweit bekannten Reserven liegen auf saudischem Staatsterritorium. Neben Erdöl vefügt das Land auch über Vorkommen an Erdgas, Gold, Silber, Eisen und Zinn.

    Mit Hilfe der hohen Gewinne aus dem Erdölexport wurde in den letzten Jahren eine leistungsfähige, vom Rohstoffexport weitgehend unabhängige Wirtschaft aufgebaut. Am Persischen Golf (Al Jubayl) und am Roten Meer (Yanbu) entstanden z.B. neue Industriezentren mit Großbetrieben der Petrochemie und der Stahlindustrie, hier wird auch mit ausländischen Firmen zusammengearbeitet. Insgesamt entstanden seit Anfang der 1970er Jahre rund 600 Betriebe in der Eisen- und Stahlindustrie. Dennoch erzielt der Staat noch immer 90 % der Exporterlöse mit Erdöl; auch das Wirtschaftswachstum von 5 % ist auf den Rohstoff zurückzuführen. Die Arbeitslosenquote beträgt unter der einheimischen Bevölkerung geschätzte 13 %.

    Aber auch die Landwirtschaft profitierte durch Subventionen von den Gewinnen des Erdölexports. Rund 12 % aller Erwerbstätigen sind in diesem Bereich beschäftigt, der etwa 4 % des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Mit Hilfe von modernsten Bewässerungsanlagen konnten die Anbauflächen von Weizen, Hirse, Reis, Gemüse und vor allem Datteln großflächig ausgedehnt werden. Saudi-Arabien ist der größte Dattelexporteur weltweit. Viehzucht wird auch heute noch überwiegend von Nomaden bzw. Halbnomaden betrieben.

    Auch der Finanzdienstleistungssektor nimmt ständig zu. Wichtige Einnahmequelle für Saudi-Arabien sind die Pilger, die zu den beiden heiligen Städten des Islam reisen (jährlich etwa 2,5 Millionen). Bis auf wenige Städte (darunter die Hauptstadt Riad und Djidda) können sich herkömmliche (nichtislamische) Touristen ohne spezielle Genehmigung nicht frei im Land bewegen.

    Wichtigste Handelspartner des Landes sind die USA, Japan und die EU-Länder.

    Währung ist der saudische Rial (auch Riyal; = 100 Halalas).

    Königreich Saudi-Arabien

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    al-Mamlaka

    al-ʿarabiyya as-saʿūdiyya

    Amtssprache Arabisch
    Hauptstadt Riad
    Staatsform Königreich
    Fläche 2.240.000 km²
    Einwohner 26.420.000
    Währung saudische Rial
    Zeitzone UTC+3
    KFZ-Kennzeichen KSA
    Internet-TLD .sa
    Telefonvorwahl 00966

    KALENDERBLATT - 9. Mai

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    1993 In Paraguay geht bei den ersten demokratischen Wahlen seit der Gründung des Staats die Colorado-Partei als Sieger hervor. Juan Carlos Wasmosy Monti wird neuer Staats- und Regierungschef.
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