Pilze

    Aus WISSEN-digital.de

    Früher wurden alle Pilze zum Reich der Pflanzen gezählt und in "niedere" und "höhere" Pilze unterteilt. Die heutige Forschung betrachtet die Pilze als eigenes Reich neben Pflanzen- und Tierreich. Die Zuordnung einzelner Arten und die Untergliederung der Pilze gestaltet sich jedoch schwierig.


    Das im allgemeinen Sprachgebrauch als "Pilz" oder "Schwamm" bezeichnete Gebilde stellt lediglich den Fruchtkörper der Großpilze dar. Diesen oberirdischen Fruchtkörper, der die Sporen trägt, bilden aber nur wenige Pilze aus. Mit wenigen Ausnahmen besteht bei Pilzen der Vegetationskörper aus verzweigten Zellfäden (Hyphen); dieser in seiner Gesamtheit als Myzel bezeichnete Teil des Pilzes lebt unterirdisch als Geflecht.

    Andere Wachstumsformen finden sich beispielsweise bei den Hefepilzen, bei denen eine Teilung durch Sprossung stattfindet.

    Die Zellwände der Pilze bestehen nicht aus Zellulose, sondern aus Chitin.

    Pilze vermehren sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich. Sie haben ein weites Verbreitungsgebiet - sie leben sowohl an Land als auch im Wasser, in oder auf anderen Lebewesen. Pilze können ihre Energie bzw. ihren Kohlenstoffbedarf nicht selbst erzeugen, sie sind heterotroph und leben deshalb entweder in Symbiose mit anderen Lebewesen, als Parasiten oder Saprophyten, oder sie ernähren sich z.B. von abgestorbenen Pflanzenteilen.

    Die Pilzkunde (Mykologie) beschäftigt sich mit der Lehre von den Pilzen. Viele der Großpilze sind essbar (Speisepilze), so Steinpilz, Pfifferling, Morchel, Champignon; sie haben einen hohen Eiweißgehalt.

    Zu den Giftpilzen, deren Genuss tödlich sein kann, gehören z.B. der Knollenblätterpilz, der Fliegenpilz und der Satanspilz.

    Systematik

    Schleimpilze

    Schleimpilze findet man als vielkernige, oft lebhaft gefärbte Plasmaklümpchen (Plasmodien) v.a. auf faulenden Pflanzenteilen, auf morschem Holz, im Erdboden und als Algenschmarotzer im Wasser. Sie können sich amöbenhaft fortbewegen.

    Niedere Pilze

    Ein Großteil der schätzungsweise 100 000 Pilzarten entfällt auf die Klasse der niederen Pilze. Sie spielen im biologischen Zyklus der Erde eine tragende Rolle: Wie die Bakterien zersetzen auch die niederen Pilze tierische und pflanzliche Organismen und tragen so zur Fruchtbarkeit des Bodens bei.

    Schlauchpilze (Ascomycetes)

    Die Klasse der Schlauchpilze ist charakterisiert durch ein reich verzweigtes, mit Querwänden versehenes Myzel, aus dem zu bestimmten Zeiten die Fruchtkörper wachsen. Sie bilden die größte Gruppe innerhalb der Pilze: Man teilt die Schlauchpilze in zwei Unterklassen mit etwa 1 700 Gattungen und 20 000 Arten ein.

    Niedrig organisiert sind die Hefepilze, die aus mehr oder weniger kugeligen Zellen bestehen und sich im Allgemeinen durch Zellsprossung vermehren, wobei die Tochterzellen noch längere Zeit mit den Mutterzellen in Verbindung bleiben. Sie kommen auf Früchten und im Boden vor und verursachen Gärungsprozesse.

    Auch eine Reihe von Schimmelpilzen gehört zu den Schlauchpilzen.

    Für die Medizin sind bestimmte Pilze zur Herstellung von Antibiotika von Bedeutung, da die Stoffwechselprodukte dieser Arten das Wachstum von Bakterien hemmen.

    Manche Arten werden in Käse gezogen, um diesem einen besonderen Geschmack zu verleihen (z.B. Roquefort und Gorgonzola).

    Schimmelpilze können Lebensmittel aber auch verderben, wenn sie z.B. auf Früchten oder in Marmelade Fäulnisprozesse hervorrufen. In der Landwirtschaft können sie große Ernteverluste verursachen, z.B. der Getreiderost und die Mehltaupilze.

    Eine Gefahr für die Gesundheit bildet der Mutterkornpilz (Claviceps purpurea), der auf Roggen wächst.

    Zu den Schlauchpilzen gehören auch essbare Pilze wie Trüffeln, Morcheln und Becherlinge.

    Ständerpilze (Basidiomycetes)

    Die meisten Großpilze gehören zu dieser Klasse. Blätter- oder Lamellenpilze haben auf der Unterseite des hutförmigen Fruchtkörpers Lamellen, zwischen denen Basidiosporen entstehen (z.B. Champignon, Fliegenpilz).

    Bei den Röhrenpilzen sitzen die Sporen in vielen kleinen röhrenförmigen Fortsätzen auf der Hutunterseite (z.B. Steinpilz, Satanspilz).

    KALENDERBLATT - 18. Juli

    1922 Der Reichstag verabschiedet das Republikschutzgesetz, das unter dem Eindruck der Ermordung von Außenminister Walther Rathenau ausgearbeitet wurde und dem Schutz der demokratischen Staatsform vor politischem Extremismus dienen soll. Es ist zunächst auf fünf Jahre befristet, wird aber 1927 noch einmal um zwei Jahre verlängert.
    1930 Der Reichskanzler Heinrich Brüning löst den Reichstag auf, nachdem die von der Regierung mit Notverordnungsrecht angeordneten Steuererhöhungen von den Abgeordneten abgelehnt wurden.
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