Otto Hahn

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    deutscher Chemiker; * 8. März 1879 in Frankfurt am Main, † 28. Juli 1968 in Göttingen

    1906 begann Otto Hahn seine Arbeit am Chemischen Institut der Universität Berlin, wo er sich 1907 habilitierte. 1910 wurde er außerordentlicher Professor und ging 1912 an das neu gegründete Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin-Dahlem, das Max Planck leitete und dem Otto Hahn selbst von 1928 bis 1946 vorstand. Hier entdeckte er 1917 mit Lise Meitner das Protaktinium. Bis 1938 arbeitete er mit Meitner zusammen, die schließlich Nazi-Deutschland verlassen musste. Hahn war auch Mitglied der Internationalen Radium-Standard-Kommission, die Marie Curie leitete. Von 1946 bis 1960 war Hahn Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

    Hahn entdeckte 1938 die erste Kernspaltung (mit F. Strassmann) und legte damit die Grundlage für die Nutzung von Kernenergie. Er beschoss Uranatome mit Neutronen, welche danach unter hoher Energieabgabe in Barium und Krypton zerfielen. Er nannte diesen Prozess Kernspaltung. Sein Ergebnis veröffentlichte er aber nicht. Erst seine Partnerin Lise Meitner erkannte die Bedeutung seiner Arbeit und veröffentlichte sie in der Zeitschrift "Nature". Sie erkannte, dass bei der Uranspaltung ein großer Teil des Urans in enorme Energiemengen umgewandelt wurde. Damit war das Funktionsprinzip des Kernreaktors gefunden. Für diese Leistung erhielt Otto Hahn 1945 den Nobelpreis für Chemie des Jahres 1944.

    Von 1946 an lebte er in Göttingen und war 1948-1960 Präsident der Max-Planck-Institute. Er arbeitete auch auf dem Gebiet der angewandten Radiochemie, indem er z.B. Verfahren zur Untersuchung von Mischkristallen und zur geologischen Altersbestimmung entwickelte.

    Zusammen mit anderen Physikern warnte Hahn in der "Mainauer Deklaration" 1955 vor den Gefahren der Kernspaltung.

    Werke (Auswahl)

    "Angewandte Radiochemie" (1939); "Neue Atome" (1950); "Mein Leben" (1968).

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