Klarinette

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    (italienisch-französisch)

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    Klarinette

    Die Klarinette ist ein Holzblasinstrument mit schnabelförmigem Mundstück aus Holz und einfachem Rohrblatt. Die Bohrung der Klarinette ist zylindrisch. Auf einen Ausschnitt an der Unterseite des Mundstücks (Schnabel) ist ein Blatt geschraubt (früher gebunden), das beim Anblasen in Schwingung versetzt wird. Durch Aufschlagen des Blattes klingt die Klarinette wie eine gedackte (geschlossene) Pfeife, d.h. sie klingt eine Oktave tiefer als ein anderes Instrument gleicher Länge. Hinter dem Schnabel ist der Klarinette ein Birne genanntes Stück eingefügt, am Ende besitzt sie einen Schallbecher.

    Die Klarinette ist eine Weiterentwicklung aus dem Chalumeau und von Johann Christoph Denner nach 1700 erstmals gebaut worden. In der Kunstmusik selten benutzt, tauchte sie erstmals bei J.P. Rameau im Orchester auf. Erst nach 1750 entwickelte sich die Klarinette unter großem Einfluss der Mannheimer Schule zu einem der standardmäßig im Orchester besetzten Holzblasinstrumente. Konzerte für Klarinette schrieben in dieser Zeit unter anderem Johann Stamitz und vor allem W.A. Mozart (Klarinettenkonzert A-Dur, KV 622; Klarinettenquintett A-Dur, KV 581; "Kegelstatt-Trio" für Klarinette, Viola und Klavier Es-Dur, KV 498).

    Im Orchester trat die Klarinette zunächst seltener neben die Oboe (etwa im Opernorchester), sondern wurde meist alternativ besetzt, also Klarinetten statt Oboen. Erst im 19. Jh. setzte sich die Besetzung mit Oboen und Klarinetten durch. Auch wurde die Klappenmechanik weiter entwickelt und verbessert, die Zahl der Klappen erhöhte sich von vier bis sechs im 18. Jh. auf 22 Klappen. Im 19. Jh. schufen z.B. C.M. v. Weber, F. Schubert und J. Brahms Werke für Soloklarinette. Bekannt ist auch die Darstellung der Katze in S. Prokofjews "Peter und der Wolf".

    Der Klang der Klarinette wurde schon früh als "gesanglich" charakterisiert, er ist jedoch auch zu heftigen, teils schrillen Ausbrüchen fähig. Die Klarinette verfügt über die größte dynamische Bandbreite aller Holzblasinstrumente, kann also sowohl in der Tiefe als auch in den hohen Lagen am lautesten und am leisesten spielen. Von Anfang an zeigt sich die Sololiteratur von der großen Geläufigkeit der Klarinette und ihren eindrucksvollen Registerwechseln vom dunklen Chalumeauregister zur hohen Clarin-Lage inspiriert. Der Umfang reicht von e-g'.

    Gebaut werden Klarinetten in B- und A-Stimmung (transponierende Instrumente), gelegentlich auch in C, kleinere (und höher klingende) Instrumente in Es, D und As. Das Basetthorn ist eine Altklarinette in F. Den Bass der Familie bildet die Bassklarinette. Ebenfalls gebaut wird eine Kontrabassklarinette, die jedoch selten verlangt wird.

    Im Jazz wie auch in der Volks- und Popularmusik gelangte die Klarinette zu höchstem Ansehen. Bekannte Jazzklarinettisten waren Benny Goodman, Artie Shaw und Woody Herman. Aus der Klarinette entwickelte sich 1838 das Saxophon.

    KALENDERBLATT - 17. Juli

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