Heinrich V. (Hl. Römisches Reich)

    Aus WISSEN-digital.de

    deutscher König und römisch-deutscher Kaiser; * 11. August 1086, † 23. Mai 1125 in Utrecht

    Heinrich V. wurde am 6. Januar 1106 in Mainz zum König gewählt, allgemein aber erst nach Heinrichs IV. Tode anerkannt. Da Heinrich V. 1104 als Anhänger der päpstlichen Partei aufgetreten war, hatte man gehofft, er werde bald den Investiturstreit beendigen.

    Doch in Sutri vereinbarte Heinrich mit Paschalis II., dass die Kirche alle vom Reich empfangenen Güter und fürstlichen Rechte zurückgeben und dafür dann der Kaiser auf die Investitur verzichten solle. Als sich der Papst weigerte, Heinrich zu krönen, ließ ihn dieser nebst den meisten Kardinälen gefangen nehmen. Der Papst gestand endlich dem Kaiser die Investitur der Bischöfe und Äbte zu, worauf er, in Freiheit gesetzt, am 13. April 1111 Heinrich zum Kaiser krönte.

    Kaum aber war Heinrich nach Deutschland zurückgekehrt, erklärte die Lateransynode im März 1112 das Zugeständnis des Papstes für ungültig, und im September desselben Jahres belegte die Synode zu Vienne den Kaiser Heinrich mit dem Bann. Heinrich stand damals im Krieg gegen die sächsischen Fürsten. Der päpstliche Bann wirkte auf die Stimmung der Deutschen; man verlangte allgemein nach Frieden mit dem Papst. 1116 zog Heinrich wieder mit Heeresmacht nach Italien, bemächtigte sich der Besitzungen der verstorbenen Markgräfin Mathilde von Tuszien und vertrieb den Papst aus Rom.

    Nach dem Tod Paschalis II. 1118 wurde dem vom Kaiser erhobenen Papst Gregor VIII. von der Priesterpartei Gelasius II. entgegen gestellt, der den Bann gegen Heinrich erneuerte. Auf dem Reichstag in Würzburg kam 1121 endlich der Reichsfriede und ein allgemeiner Ausgleich zustande. Die Fürstenpartei vermittelte den Frieden mit der Kirche; ein Kompromiss schien möglich, wenn man die geistliche und weltliche Seite in den bischöflichen Ämtern unterschied. Aus diesem Grunde wurde auf einem mit der Synode verbundenen Reichstag in Worms am 23. September 1122 das Wormser Konkordat errichtet.

    Nach Beendigung dieses Streites nahmen den Kaiser noch einzelne Fehden im Innern in Anspruch, die Stadt Worms lehnte sich 1125 gegen Heinrich auf, der sie belagerte und eroberte; doch starb er bald darauf in Utrecht. Sein Leichnam wurde im Speyrer Dom beigesetzt.

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