Friedrich Wilhelm Nietzsche

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    deutscher Philosoph und Dichter; * 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen in Sachsen, † 25. August 1900 in Weimar

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    Friedrich Wilhelm Nietzsche

    Der Sohn eines Pfarrers siedelte nach dem Tod des Vaters 1849 mit der Familie nach Naumburg über. 1858-1864 besuchte er das dortige Gymnasium. 1864 begann er ein Studium der Theologie und Klassischen Philologie in Bonn, das er 1865 in Leipzig fortsetzte, wo er sich intensiv mit Schopenhauers Werk beschäftigte. In Leipzig lernte er unter anderem 1868 Richard Wagner kennen.

    Im Februar 1869 folgte Nietzsche einem Ruf an die Universität Basel als außerordentlicher Professor für Klassische Philologie, dort lernte er Jacob Burckhardt kennen. Im März 1870 wurde er ordentlicher Professor, im Sommer nahm er als freiwilliger Krankenpfleger am Deutsch-Französischen Krieg teil und erkrankte selbst schwer.

    Im Oktober kehrte er nach Basel zurück und nahm seine Vorlesungstätigkeit wieder auf, auch die "Unzeitgemäßen Betrachtungen" begannen zu entstehen. Am 22. Mai 1872 traf er anlässlich der Grundsteinlegung des Festspielhauses in Bayreuth mit Wagner zusammen; 1876 kam er dorthin zu den ersten Festspielen.

    Im Herbst 1876 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand; er musste sich von der Universität beurlauben lassen und unternahm eine Erholungsreise nach Italien, wo er in Sorrent ein letztes Mal mit Wagner zusammentraf. 1879 musste Nietzsche sein Lehramt in Basel endgültig aufgeben; von März bis Juni 1880 hielt er sich in Venedig und den Winter über in Genua auf, den Sommer 1881 verbrachte er in Sils-Maria. Es erschien "Menschliches-Allzumenschliches" (1878 bis 1880), "Morgenröte" (1882), "Die fröhliche Wissenschaft" (1882).

    Er unternahm eine Reise nach Sizilien; von April bis November 1882 war er mit Lou Salomé eng befreundet. Den Winter verbrachte er in Rapallo, wo "Also sprach Zarathustra" zu entstehen begann; in Mentone und Nizza setzte er 1883/84 die Arbeit daran fort; 1885 erschien es als Privatdruck. "Jenseits von Gut und Böse" (1886) und "Genealogie der Moral" (1887) folgten. 1888 zog er nach Turin; im Sommer entstanden "Der Fall Wagner" und "Die Götzendämmerung". Es folgten "Der Antichrist, Ecce Homo" und im Dezember "Nietzsche contra Wagner".

    Im Januar 1889 kam es zum geistigen Zusammenbruch. Seine Mutter pflegte ihn und nach ihrem Tod (1897) übersiedelte seine Schwester mit ihm nach Weimar.

    Nietzsche griff in seiner Philosophie zurück auf die Vorsokratiker. Die Religion war für ihn eine lebensverneinende Strategie. Den Sozialismus lehnte Nietzsche als Diesseits-Variante des Christentums ab, die Demokratie als Organisationsform einer Massengesellschaft, die den einzelnen sich selbst zum Fremden macht, das Vaterland als Ersatzreligion des Pöbels. Dem Leben Sinn und Ziel von außen zuzuweisen, schien ihm Lüge, das unerschrockene Bekenntnis zur Zwecklosigkeit des Seins Voraussetzung, die Morgenröte einer fernen Zukunft wahrzunehmen. Nietzsche war einer der wichtigsten Vertreter des modernen Nihilismus, den seine Philosophie entscheidend prägte.

    Zitat
    F. Nietzsche: Gute Lieder wollen gut widerhallen: Nach guten Liedern soll man lange schweigen.

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