Afrikanische Kunst

    Aus WISSEN-digital.de

    Einleitung

    Kunst der schwarzafrikanischen Bevölkerung südlich der Sahara, in erster Linie in West- und Mittelafrika (Westsudan, Guineaküste, West- und Zentralkongo).

    Afrikanische Kunst kommt hauptsächlich in Form von Plastiken, weniger schon als Keramik und kaum als Malerei (Felsmalereien in Südafrika, Buschmannkunst) vor. Die ältesten afrikanischen Plastiken sind Terrakottaköpfe der Nokkultur Zentralnigerias (um 500 v.Chr.-600 n.Chr.). Die afrikanische Kunst war fast ausschließlich dem Ahnen- und Geisterglauben verhaftet. Das wichtigste Material ist Holz, seltener kommen dann Stein, Keramik, Metalle (Gelbguss), Elfenbein, Muscheln und Horn vor. Web- und Flechtarbeiten aus Leder und Pflanzenfasern, ebenso Perlstickereien sind nicht unbedeutend (größtenteils nicht erhalten). Verschiedene Königreiche brachten eine höfisch-profane Kunst hervor.

    Lokale Entwicklungen

    Westsudan

    Die Kunst der Ife aus dem 13. Jh. stammt wie die Nokplastik aus Nigeria; Terrakotten, Steinskulpturen, Gelbgussarbeiten, die in Form von Masken, Figuren, porträtähnlichen Gedenkköpfen, Reliefplatten, Schmuck u.a. gestaltet waren.

    Von hier aus gelangte die Gusstechnik nach Benin in Nigeria zum Stamm der Edo, auf deren Basis die dort vorzufindende höfische Repräsentationskunst entwickelt wurde. Daneben entwickelten die Yoruba eine vielfältige Holzbildhauerei, die Dogon über 80 Maskentypen. Abstrahierende Tiermasken sind die bekanntesten Kunstergebnisse aus Mali (von den Bobo, Kurumbu, Bambara, Mossi) und der nördlichen Elfenbeinküste (von den Senufo).

    Guineaküste

    Bedeutend sind die hier vorzufindenden Gesichtsmasken des Poro-Geheimbundes und der Dan (Liberia). Berühmt sind die Goldarbeiten der Aschanti, Anhänger für Würdenträger (zu Mustern geordnete Golddrähte, goldene Gesichtsmasken), hergestellt von privilegierten Handwerksinnungen des königlichen Hofes. Gold- oder Gelbgussfiguren wurden z.B. eingesetzt als Gewichte für Goldstaub. Der Gelbguss war auch im Königreich Bamum und bei Tikar (Kamerun) verbreitet.

    Zentralkongo

    Zwischen dem 15. und 19. Jh. gab es die Reiche der Luba (Baluba), der Kuba (Bakuba), der Lunda (Balunda), mit einer hoch entwickelten Holzbildhauerei. Noch zu erwähnen sind die Statuenkunst der Bena Lulua und die Maskenkunst der Pende (siehe auch Kongo).

    Westkongo

    Schwerpunkte waren das Reich der Kongo an der Kongomündung und der Lebensraum der Pangwe aus dem heutigen Gabun. Von den Kongos stammen v.a. Ahnen-, Grabfiguren und Fetische. Die Pangwe gestalteten hauptsächlich Masken, mit klarer Stilisierung vom Nasenrücken bis zu den beiden Augenbrauenbögen. Die benachbarten Kota (Bakota) schufen abstrakte Reliquiarfiguren; im Ogowegebiet (Südgabun) fand man v.a. verfeinerte weiße Frauenmasken (siehe auch Gabun).

    Moderne

    Vereinzelt sind Entwicklungen einer neuen afrikanischen Kunst bemerkbar wie eine moderne afrikanische Malerei und Plastikbildhauerei in Nigeria, Plastikarbeiten aus Tansania (Makonde), Malerei aus Rhodesien, in denen der Versuch gemacht wird, verschiedene Ethnien zu einer neuen formalen Einheit zu formen. Mit dem Beginn des 20. Jh.s wurde überhaupt die afrikanische Plastik als Kunst entdeckt, sie wirkte auf europäische Künstler wie P. Picasso, die Kubisten, A. Modigliani, Expressionisten u.a.

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