Expressionismus

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    Einleitung

    Der Expressionismus ist der bedeutendste von deutschen Künstlern geprägte Beitrag zur modernen Kunst des 20. Jahrhunderts, parallel zum französischen Fauvismus und Kubismus. Zeitlich umfasst er den Zeitraum vom ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.


    Gestaltungskriterien

    Der Expressionismus ist zu verstehen als Reaktion der Maler auf die gewandelten Lebensumstände. Häufig wurde mit den Gemälden Gesellschaftskritik geübt. Die sinnlich wahrnehmbare Wirklichkeit war den Künstlern dabei nur Durchgang zur seelisch erfahrbaren Welt. Bezeichnenderweise verzichteten sie auf programmatische Schriften und verließen sich auf ihren künstlerischen Instinkt.

    Expressionismus bedeutet Ausdruckssteigerung mit allen Mitteln. Die expressionistischen Maler überspitzten, dehnten, splitterten, zerlegten und deformierten die Formen und setzten sie zu einer neuen Ordnung zusammen. Zur Steigerung der Intensität trugen die Farben bei, die leuchtend-symbolhaft auf die Leinwand geworfen wurden. Die Erscheinungsformen des Expressionismus sind überaus vielgestaltig. Eine übergreifende stilistische Konzeption existiert nicht. Er ist weniger ein einheitlicher Stilentwurf als vielmehr charakterisiert durch die Entwicklung künstlerischer Einzelpersönlichkeiten. Der Expressionismus, der nicht nur auf die Malerei beschränkt blieb, sondern auch in Plastik, Architektur, Literatur, Musik und Theater seinen Niederschlag fand, ist als leidenschaftliches Aufbegehren der jungen Generation zwischen Jahrhundertwende und Ende des Ersten Weltkriegs zu bezeichnen.

    Expressionistische Malrichtungen

    Zu den expressionistischen Malern zählen insbesondere die Mitglieder der Dresdner Künstlervereinigung "Brücke", darunter Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Otto Mueller.

    Eine weitere Wurzel des Expressionismus ist im Norden Deutschlands zu suchen, wo voneinander unabhängig die Maler Paula Modersohn-Becker, Emil Nolde und Christian Rohlfs arbeiteten. Ihr Werk ist insbesondere durch ein heimatverbundenes, expressives Naturgefühl gekennzeichnet.

    Der Brennpunkt des deutschen Expressionismus im Süden Deutschlands war die Künstlervereingung "Blauer Reiter" in München. Hier machte sich vor allem ein französischer Einfluss bemerkbar, der orphische Kubismus Delaunays wirkte auf das Werk von Franz Marc, August Macke und Paul Klee. Ein Austausch mit der russischen Kunst fand durch die gebürtigen Russen Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky statt.

    Daneben ist der Expressionismus geprägt von einer Reihe an Einzelpersönlichkeiten, von deren Arbeiten starke Impulse auf die künstlerische Entwicklung ihrer Zeit ausgingen. Dazu zählt u.a. Max Beckmann.

    Zu den bedeutenden Vertretern des Expressionismus in Österreich zählen Egon Schiele (1890-1918) und Oskar Kokoschka (1886-1980), die das Panorama der expressionistischen Kunstszene in Wien bis 1918 bestimmten. Schieles melancholische Gemälde sind bestimmt von einer herben, eckigen Malweise, Schmerz und Depression sprechen aus seinen Gestalten. Kokoschka malte neben psychologischen Porträts vor allem vom Barock inspirierte, farbenprächtige Städtebilder.

    Als „religiöser Expressionismus“ kann das Werk des russischen Malers Marc Chagall (1889-1985) bezeichnet werden. Seine farbigen, lebensfrohen Bilder schildern als Erinnerung an seine weißrussische Heimat träumerisch-bunte Phantasien von Geigern, Tänzern und Clowns, Bauern und Liebespaaren.

    Bedeutung

    Die kulturgeschichtliche Bedeutung des Expressionismus reicht weit über den Zeitraum der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinaus. Elemente des Expressionismus beeinflussten die figurative Kunst im Allgemeinen, die expressive Abstraktion sowie den Neoexpressionismus und die Neuen Wilden.

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