Bibliothek

    Aus WISSEN-digital.de

    (griechisch "Buchniederlage") auch: Bücherei;

    Turm der Bodleian Library, Oxford

    eine Büchersammlung, die nach einem Katalog benutzt werden kann, auch der Raum oder das Gebäude, in dem die Sammlung untergebracht ist. Man unterscheidet grundsätzlich öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken. Letztere gliedern sich wie folgt :

    1. Nationalbibliothek: sammelt die gesamte Buchproduktion eines Landes.

    2. Universalbibliothek: Landesbibliothek, die auf Grund ihrer Bestände aber überregionale Bedeutung besitzt.

    3. Regionalbibliothek: Landesbibliotheken. Zu ihnen zählen auch wissenschaftliche Stadtbibliotheken.

    4. Universitäts- und andere Hochschulbibliotheken.

    5. Spezial- und Fachbibliotheken mit beschränktem Sammelbereich.

    Geschichte

    Die barocke Klosterbibliothek im Kloster St. Gallen, Schweiz

    Die älteste nachweisbare Bibliothek war die Tempelbibliothek der Babylonier in Nippur (zurückreichend bis 2 200 v.Chr.) aus Tontafeln (eigentlich ein Urkundenarchiv). Eine umfangreiche Bibliothek befand sich in Chattusa-Bogazköy (14./13. Jh. v.Chr., Keilschriften). Eine Bibliothek mit vorderasiatischen Literaturdenkmälern ist die Tontafelsammlung des assyrischen Königs Assurbanipal im Palast zu Ninive (7. Jh. v.Chr.).

    Zu den größten Bibliotheken des Altertums zählten die zu Alexandria (Museion, vor dem Brand 48/47 v.Chr. etwa 700 000 Schriftrollen) und die zu Pergamon. In Rom verfügten Cicero, Atticus, Vergilius u.a. über eigene Privatbibliotheken.

    Caius Asinius Pollio gründete 39 n.Chr. die erste öffentliche Bibliothek; im 4. Jh. n.Chr. hatte Rom 28 öffentliche Bibliotheken.

    Im Mittelalter bestanden Bibliotheken nur in den Klöstern und bei manchen Hauptkirchen (erste Klosterbibliothek durch Cassiodor um 540 in Vivarium). Eine Blüte erlebten sie in der Karolingerzeit (Kölner Dombibliothek). Seit dem 13. Jh. wurden Bibliotheken auch an den Universitäten eingerichtet (mit Katalogen und Ausleihe). Sie erlebten einen gewaltigen Aufschwung seit dem 15./16. Jh. durch den Humanismus, vor allem seit der Erfindung des Buchdrucks (Laurentiana in Florenz, Vaticana in Rom).

    Infolge der Klosteraufhebung nach der Reformation kam es zur Errichtung von städtischen Bibliotheken; nach der Ausbildung der neueren Territorialstaaten zur Gründung von fürstlichen (den später staatlichen) Bibliotheken (berühmt ist die Palatina, die Pfälzische Bibliothek zu Heidelberg, jetzt im Vatikan).

    Anfang des 19. Jh.s wanderten die reichen Bücherschätze der damals aufgehobenen Klöster in die Landesbibliotheken. Erst im 19. Jh. entstand die moderne Bibliothek, die allgemein zugänglich ist und großzügige Benutzungsmöglichkeiten bietet.



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