Mykenische Kultur

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    Goldene Gesichtsmaske aus dem Schatz des Agamemnon (Mykene)

    Unter mykenischer Kultur versteht man die Kultur des griechischen Festlands in einer Spätphase der helladischen Kultur (vergleiche ägäische Kultur).

    Zentrum der mykenischen Kultur war Mykene, eine altgriechische Burg und Stadt am Rand der peloponnesischen Landschaft Argolis, etwa 15 km vom Meer entfernt. In der griechischen Mythologie war die Stadt die Heimat des Geschlechts der Artriden, aus dem die Brüder Agamemnon und Menelaos hervorgingen.

    Die 1876 unter Schliemann begonnenen Ausgrabungen waren gesamtgeschichtlich hochbedeutsam, da sie den Anfang der antiken europäischen Geschichte, der bis dahin um etwa 800 v.Chr. angesetzt worden war, um über 1 000 Jahre zurückverlegten.

    Unter den im 2. Jahrtausend v.Chr. von indogermanischen Frühgriechen erbauten Herrensitzen galt Mykene schon um 1800 v.Chr. als eine der bedeutendsten Festungen. Auch wenn es zunächst eine relativ kleine Burg mit lediglich einem heizbaren Viereckhaus (Megaron) war.

    Mit dem Beginn der Beziehungen zu Kreta (kretisch-minoische Kultur) im 16. Jh. v.Chr. wurde Mykene palastartig ausgebaut und im kretisch-minoischen Stil, jedoch kriegerisch, ausgestattet. Am Burgfelsen aus dem 16. Jh. v.Chr. fand Schliemann Schachtgräber der Könige mit unversehrten Goldschätzen (Schmuck, Totenmasken, Geräte, Waffen, z.T. Importware aus Kreta);

    Die Blütezeit Mykenes war um 1500-1350 v.Chr.: In dieser Zeit entstand eine größere Palastanlage auf dem Burggelände mit zyklopischem Mauerring und dem Löwentor (Nachbildung in Tiryns), der frühesten griechischen Großplastik. Nahe bei der Palastburg wurden neun Kuppelgräber (Tholoi) gefunden, von denen der fälschlich als "Schatzhaus des Atreus" bezeichnete Grabbau von einer 14,5 m großen, mörtellos gefügten Steinkuppel überwölbt ist (größte Kuppel bis zum Bau des römischen Pantheons).

    Die mykenische Kultur strahlte auch in den Balkan (Serbien, Rumänien) aus. Außerdem bestanden Handelskontakte mit Süditalien. Um 1200 v.Chr. fand vermutlich ein Kriegszug zu den Dardanellen statt (Trojanischer Krieg?), bald nach 1200 v.Chr. erstarrte die Kultur und um 1150 v.Chr. wurde Mykene durch das rivalisierende (dorische) Argos zerstört.

    Seitdem war Mykene eine kleine Stadt, deren Bürger bei den Thermopylen 480 v.Chr. und bei Platäa 479 v.Chr. mitkämpften. 478 v.Chr. ging der Ort unter. Mykene war schon in der Antike eine viel besuchte Ruinenstätte.

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