Kretisch-minoische Kultur

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    Allgemeines

    Die kretisch-minoische Kultur ist eine vorgriechische Kultur (3. und 2. Jahrtausend v.Chr.) der Bronzezeit. Ihre Ursprünge hatte sie auf Kreta (besiedelt bereits am Ende der Steinzeit um 3300 v.Chr.), später griff sie aber auch auf das griechische Festland über (siehe ägäische Kultur). Nach König Minos wird die kretische Kultur auch minoisch genannt.

    Die Frühminoische Kultur

    Eine Frühkultur (Frühminoische Kultur) ist erkennbar beim Übergang zur Bronzezeit um 2600 v.Chr., deren Träger von dem Entdecker von Knossos, Evans (um 1900), nach König Minos Minoer genannt wurden.

    2000 bis 1700 v.Chr.: Die Zeit der "Älteren Paläste"

    Ihre lebensfrohe, schöpferische, orientalisch beeinflusste Kultur ist um 2000 v.Chr voll entwickelt sichtbar, in der Zeit der "Älteren Paläste" (um 2000 bis um 1700 v.Chr., Mittelminoische Kultur) in Knossos und Phaistos. Dort beherrschten Priesterkönige unter der Oberhoheit von Knossos ein Seereich, das Handelsverbindungen zu Ägypten, Syrien, Alt-Griechenland (Mykene) und Spanien unterhielt.

    Die "Alten Paläste" waren offen und unbefestigt (geschützt durch die Flotte) nach einheitlichem Plan angelegt. Es entstanden "Kerames"-Vasenmalereien von Knossos und Phaistos mit Spiralen und stilisierten Pflanzenmustern sowie eine vielleicht von ägyptischen Hieroglyphen abgeleitete Bilderschrift. Um 1700 v.Chr. wurden die Älteren Paläste durch unbekannte Gewalteinwirkung, vielleicht Invasion oder Aufstände, zerstört.

    1700 bis 1400 v.Chr.: Die Zeit der "Jüngeren Paläste"

    Die Zeit der "Jüngeren Paläste" (spätminoische Kultur) zeigte sich in neuer, ebenfalls unbefestigter, großartiger Architektur und mit neuen Kunstformen. Die Ablösung der Bilderschrift durch die "Linearschrift A" fand statt. Die "Paläste" wurden um 1580 v.Chr. durch Erdbeben, die kretische Flotte durch eine Flutwelle vernichtet.

    Bald danach fand ein umfassender Wiederaufbau und Neubau an vielen Plätzen Kretas statt: Knossos, Phaistos, Hagia Triada u.a. Große Städte und Häfen wurden angelegt. Die "Jüngeren Paläste" waren breit und kunstvoll geplant, der Palast von Knossos in der Größe des Buckingham-Palastes, die anschließende Stadt mit etwa 80 000 Einwohnern. Die mehrstöckigen, weitläufigen Paläste mit Abflüssen, Badezimmern, Toiletten, Licht- und Luftschächten, Senk- und Abfallgruben waren zugleich Wirtschaftszentren (Speicher für Öl, Wein, Getreide, Werkstätten). Im Innern fand man Thronsaal, Hauskapellen (Verehrung der "großen Herrin", einer Fruchtbarkeits- und Muttergöttin, als oberster Gottheit; außerdem Kult der Palastgötter; Stierkult, die Doppelaxt als Kultzeichen), lebensähnliche Figuren-, Blumen-, Tierwandfresken und Vasenmalereien, Elfenbeinfigürchen und getriebene Goldschmiedearbeiten. Auf dem flachen Lande standen Herrenhäuser, in den Bergen befanden sich heilige Höhlen.

    Es gab Stützpunkte des kretischen Handels auf Rhodos, in Kleinasien und Ägypten (Gesandtschaftsaustausch). Schließlich kam es zu einer starken Beeinflussung der Lebenswelt der altgriechischen Fürstensitze von Mykene und Tiryns und zunehmender Beeinflussung der kretischen durch die kriegerische mykenische Kultur (kretisch-mykenische Mischkultur). Die "Linearschrift A" entwickelte sich zur "Linearschrift B", die entziffert ist.

    Das Ende

    Um 1420 v.Chr. fand der Bruch mit Mykene statt und um 1400 v.Chr. die plötzliche Zerstörung sämtlicher minoischer Paläste. Die Griechen wurden Herren der Insel (um 1200 v.Chr. wurde Kreta griechische Kolonie).

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