Victor Platanowitsch Nekrassow

    Aus WISSEN-digital.de

    russischer Schriftsteller; * 17. Juni 1911 in Kiew, † 3. September 1987 in Paris

    Viktor Platonowitsch Nekrassow studierte Architektur, wechselte aber ins Theaterfach über. Bis Kriegsbeginn war er abwechselnd als Architekt, Schauspieler und Filmregisseur beschäftigt. Im Zweiten Weltkrieg machte er die Rückzüge der Roten Armee 1941/42 als Pionieroffizier mit, kämpfte bei Stalingrad und wurde zweimal verwundet. Als Hauptmann wurde er in die KPdSU aufgenommen.

    Nach dem Krieg schrieb er seine Erlebnisse nieder. Sein Buch "In den Gräben Stalingrads" brachte ihm 1947 den Stalinpreis ein. Es erreichte Millionenauflage und wurde in 38 Sprachen übersetzt. Nekrassow durfte Italien, Paris, später die USA besuchen. Seine Berichte "Erste Bekanntschaft" und "Zu beiden Seiten des Ozeans" brachten ihm Schwierigkeiten mit der kommunistischen Partei: Nekrassow hatte objektiv, sachlich und verständnisvoll berichtet. Als er es später ablehnte, sich an Kampagnen gegen Solschenizyn und Sacharow zu beteiligen, wurde er aus der Partei ausgeschlossen. 1974 wurde er aus Moskau ausgewiesen und nach Kiew umgesiedelt. Der Filmverband schloss ihn aus. 1974 durfte er die UdSSR mit seiner Frau verlassen. Er ging in die Schweiz, später nach Paris. Er arbeitete unter anderem für die russische Exilliteraturzeitschrift "Kontinent".

    Werke: "Ein Mann kehrt heim" (1954), "Ansichten und etwas mehr - aufrichtige Notizen von literarischem Reiz" (1981) u.a.

    Kalenderblatt - 15. Juli

    1410 Das Heer des Deutschen Ordens unterliegt in der Schlacht bei Tannenberg den polnisch-litauischen Truppen.
    1933 Italien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien schließen den so genannten "Viererpakt" ab, dessen Ziel lautet, "die Solidarität in Europa zu verstärken und das Vertrauen auf den Frieden zu festigen".
    1975 Island erklärt den "Kabeljaukrieg", indem es seine Fischereizonen von 50 auf 200 Seemeilen erweitert.