Stecker Solar - mobiler Solarstrom auf dem Balkon oder der Terrasse

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    Wer selbst Solarstrom produzieren möchte, muss nicht unbedingt eine teure Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren lassen. Es geht auch deutlich kleiner mit dem sogenannten Stecker-Solar. Damit kann zwar nicht der gesamte Strombedarf gedeckt werden, aber es wird auf jeden Fall eine Verringerung der Stromkosten erzielt. Wie diese kleineren Anlagen funktionieren und welche Vorteile sie bieten, wird nachfolgend näher beschrieben.

    Funktionsweise von Stecker-Solaranlagen

    Offiziell gelten diese kleineren Geräte nicht als Anlagen im eigentlichen Sinne. Eigentlich gehören sie zur Gruppe der Haushaltsgeräte. Deshalb können sie auch überall ohne eine weitere Genehmigung eingesetzt werden. Aus technischer Sicht sind sie in etwa aufgebaut wie ein mobiles Solarpanel. Allerdings ist die Leistung etwas höher und sie können nicht direkt genutzt werden, sondern nur in Kombination mit einem herkömmlichen Stromanschluss. Der vom Solarpanel erzeugte Strom kann nicht direkt auf ein Elektrogerät übertragen werden.

    Das Stecker-Solar wird deshalb so bezeichnet, weil es sich mühelos an jeder handelsüblichen 230-Volt-Steckdose anschließen lässt. Der erzeugte Solarstrom gelangt dadurch in das Netz der Wohnung und kann zusätzlich genutzt werden. Das bedeutet, je mehr von dem selbst erzeugten Solarstrom genutzt werden kann, desto weniger Energiekosten fallen für den Bezug vom Netzbetreiber an.

    Einfache Installation und Einrichtung

    Ein solches Gerät besteht aus zwei grundsätzlichen Komponenten. Da wäre zum einen das Solarpanel zu nennen. Das zweite Bauteil wird einfach in eine Steckdose gestöpselt. Dazu eignen sich Außensteckdosen auf der Terrasse oder dem Balkon besonders gut. Dieses kleine Gerät, das in etwa aussieht wie eine konventionelle Zeitschaltuhr, wandelt aus dem Gleichstrom des Panels einen Wechselstrom für die Nutzung im Haus. Deshalb wird es als Wechselrichter bezeichnet. Sobald die ersten Sonnenstrahlen auf die Solarzelle treffen, entsteht ein elektrischer Strom, der problemlos im Haus genutzt werden kann. Auf diese Weise gelingt jedem Interessenten der Einstieg in die eigene Stromproduktion.

    Solarpanel am Balkon anbringen

    Wer in einer gemieteten Wohnung wohnt, sollte auf jeden Fall Rücksprache mit dem Vermieter halten. Nicht jeder Vermieter möchte, dass Mieter Komponenten dieser Art am Balkon anbringen. Zum einen muss die Montage so erfolgen, dass keine Schäden auftreten können. Die Kollektoren müssen so gut befestigt sein, dass sie auch nicht bei einem heftigen Sturm vom Balkon auf den Bürgersteig stürzen und dort jemanden verletzen können.

    Ein weiterer Aspekt ist, dass durch die Montage der Solarpanels das optische Erscheinungsbild des Gebäudes beeinflusst wird. Auch in diesem Bereich sind die meisten Vermieter eher etwas skeptisch. Hat der Eigentümer jedoch keine Einwände, kann die Montage in Eigenregie erfolgen. Oftmals gehört entsprechendes Montagematerial bereits zum Lieferumfang.

    Den optimalen Platz finden

    Besonders wichtig ist es, dass es niemals zu einer Beschattung kommt. Schon eine teilweise Schattenbildung führt zu deutlichen Einbußen. Ein idealer Platz wäre deshalb direkt vor der Balkonbrüstung. Alternativ kann ein solches Panel auch direkt an der Hauswand angebracht werden. Auf jeden Fall ist die Montage in südlicher oder westlicher Richtung empfehlenswert. Ungünstige Montageplätze wären unter anderem:

    • Hinter der Balkonbrüstung
    • Unterhalb des Balkons eines höheren Stockwerks
    • Im Schattenbereich von Bäumen oder anderen Gebäuden

    Je länger die Sonne uneingeschränkt auf das Modul scheinen kann, desto effizienter arbeitet es. Obwohl die Stecker-Solargeräte nicht so teuer sind wie richtige Photovoltaikanlagen, sollten sie trotzdem das Maximum an elektrischer Energie produzieren.

    Ist eine Genehmigung erforderlich?

    Wie in allen anderen Bereichen auch, gibt es für die Nutzung kleiner Solaranlagen einige Vorschriften. Eine Baugenehmigung oder eine Betriebsgenehmigung ist bei solch keinen Anlagen nicht erforderlich. Trotzdem müssen sie beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet werden. Dazu reicht meistens eine Online-Anmeldung aus. Diese Regelung gilt für Stecker-Solaranlagen, die eine Leistung von weniger als 600 Watt erzielen. Dabei ist jedoch nicht die Leistung der Solarpanels entscheidend, sondern nur die Höchstleistung des Wechselrichters.

    Grundsätzlich können auch leistungsfähigere Geräte zum Einsatz kommen. In dem Fall müsste jedoch eine autorisierte Fachkraft den Anschluss vornehmen und eine formale Genehmigung beim Netzbetreiber einreichen. Leistet eine Anlage mehr als 600 Watt, dann gilt sie offiziell schon als Photovoltaikanlage.

    Da könnte der eine oder andere auf die Idee kommen, mehrere kleinere Geräte dieser Art an verschiedenen Steckdosen anzuschließen. Doch davon sollte ebenfalls abgesehen werden. Eine weitere denkbare Option wäre es, mehrere Stecker-Solargeräte über eine Dreifachsteckdose zu verbinden und diese dann über einen Wechselrichter an die 230-Volt-Steckdose zu betreiben. Aber auch von dieser Variante ist dringend abzuraten. Zum einen wäre sie unzulässig. Zum anderen entsteht dadurch eine große Gefahr. Nicht nur die Solarmodule können beschädigt werden, sondern im schlimmsten Fall auch elektronische Geräte im Haus. Deshalb ist dringend von solchen Experimenten abzuraten.

    Manchmal ist ein Austausch des Zählers erforderlich

    In vielen Häusern befinden sich noch sehr alte Stromzähler, die mechanisch funktionieren. Wird beim Stromversorger oder beim Netzbetreiber ein externer Stromerzeuger angemeldet, erfolgt zumeist gleich ein Austausch. Bei den mechanischen Stromzählern kommt es oftmals vor, dass diese durch den zusätzlich eingeführten Strom rückwärtslaufen. Das wäre für die Stromanbieter natürlich fatal. Sie würden dadurch weniger Energie berechnen können, als tatsächlich verbraucht wurde. Deshalb erfolgt zumeist gleichzeitig ein Austausch gegen einen modernen Stromzähler. Dafür fallen für den Stromkunden zwar keine Kosten an, aber die Messgebühren können sich erhöhen. Diese sind jedoch nicht besonders hoch. Zudem ermitteln moderne Stromzähler den Energieverbrauch sehr viel genauer als die alten mechanischen Geräte.

    Wie viel leistet ein Solarmodul?

    Eine wichtige Frage ist, mit welcher Leistung zu rechnen ist. Die meisten Panels dieser Art sind ungefähr 1,0 m breit und 1,7 m lang. Mit solch einer Größe wird eine Leistung von etwa 300 bis 380 Watt erzielt. Das klingt zunächst jedoch recht wenig. Über ein Jahr verteilt kommen damit jedoch bis zu 250 kW/h an elektrischer Energie zusammen. Bei einem üblichen Preis von etwa 32 Cent pro Kilowattstunde kann die Ersparnis bis zu 80 Euro im Jahr ausfallen. Da die Strompreise eher steigen als fallen, kann zukünftig mit einer noch höheren Einsparung gerechnet werden. Auf jeden Fall macht sich eine Stecker-Solaranlage schon nach kurzer Zeit wieder bezahlt.

    Darauf ist beim Kauf zu achten

    Jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich eine Stecker- Solaranlage anzuschaffen, sollte auch nur steckerfertige Geräte kaufen. Manchmal werden sehr günstige Geräte angeboten, bei denen der Kunde noch selbst den Stecker montieren muss. Wer mit einem Schraubendreher umgehen kann, ist auch in der Lage, einen Stecker korrekt anzuklemmen. Das Problem ist nur, dass diese Arbeit nur von einer geschulten Fachkraft durchgeführt werden darf. Tritt beispielsweise ein Garantiefall auf, dann könnte der Anbieter behaupten, dass der Schaden aufgrund eines nicht korrekt montierten Steckers erfolgte. Deshalb ist es empfehlenswert, nur solche Stecker-Solargeräte zu kaufen, die schon werksseitig komplett montiert und sofort einsatzfähig sind.

    KALENDERBLATT - 25. September

    1513 Entdeckung des Pazifiks durch eine Gruppe von Spaniern unter Führung von Vasco Núñez de Balboa.
    1792 Polen wird durch die Zweite Polnische Teilung zwischen Preußen und Russland aufgeteilt und auf einen kaum lebensfähigen Rest reduziert.
    1894 Gerhart Hauptmanns Schauspiel "Die Weber" wird in Berlin zum ersten Mal öffentlich aufgeführt, nachdem es von den preußischen Zensurbehörden freigegeben worden ist.



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